Ein indisches Startup versucht, On-Orbit-Computing von einer Demonstration zu einem Infrastrukturgeschäft zu machen

TakeMe2Space, ein junges Raumfahrtunternehmen des Unternehmers Ronak Kumar Samantray, legt einen langfristigen Plan vor, die Rechenkapazität im Orbit schrittweise aufzubauen, beginnend mit kleinen Technologiedemonstrationen und letztlich mit dem Ziel eines 50-Kilowatt-Rechenzentrums im Weltraum. Nach Angaben, die Samantray gegenüber SpaceNews machte, will das Unternehmen 55 Millionen Dollar einwerben, um dieses Ziel zu verfolgen, nachdem es im Januar eine Seed-Runde über 5 Millionen Dollar angekündigt hatte.

Die These des Unternehmens lautet, dass bescheidene kurzfristige Rechenknoten im Orbit zu den Grundbausteinen deutlich größerer zukünftiger Systeme werden könnten. Samantray beschrieb die Gelegenheit in einer Größenordnung, die Investoren und Infrastrukturplaner vertraut sein dürfte: 50 bis 100 Kilowatt Rechenleistung, die er als ein Maß an Liquidität bezeichnete, das über die Zeit die Entstehung weit größerer orbitaler Plattformen unterstützen könnte.

Diese Darstellung ist wichtig, weil viele Raumfahrtvorhaben Schwierigkeiten haben, technische Ambition mit einer glaubwürdigen Deployment-Abfolge zu verbinden. TakeMe2Space versucht genau das, indem es eine gestaffelte Roadmap statt eines auf einmal fertig gedachten orbitalen Rechenzentrums vorlegt.

Die frühen Missionen sollen Hardware und Kundenworkflow nachweisen

Das Startup hat bereits einen Flug hinter sich. Sein erster Satellit, gestartet im Dezember 2024 auf der indischen Polar Satellite Launch Vehicle, war ein Einheiten-CubeSat namens My Orbital Infrastructure-Tech Demonstration. Die Raumsonde blieb an der vierten Stufe der Rakete befestigt, lieferte aber Flugheritage für mehrere Kerntechnologien, darunter den Bordcomputer des Unternehmens, einen Edge-Prozessor und sein System zur Lagebestimmung und -regelung.

Ebenso wichtig war die Mission, um zu zeigen, dass Kunden KI-Modelle hochladen, Inferenzaufgaben ausführen und die Ergebnisse zurückerhalten konnten. Samantray sagte, drei Kunden hätten Modelle hochgeladen und diesen Workflow abgeschlossen. Für ein Unternehmen, das orbitales Rechnen verkaufen und nicht nur Hardware starten will, könnte dieser operative Kreislauf wichtiger sein als die reine Satellitengröße.

Bevor Samantray und seine Kollegen TakeMe2Space Ende 2024 gründeten, führten sie auch Raumflugtests mit einem firmeneigenen Material durch, das GPUs vor Sonnenstrahlung schützen soll. Dieses Detail verweist auf eine der harten technischen Hürden hinter jedem Plan für Rechnen im All: Prozessoren, die leistungsstark genug für KI und datenintensive Aufgaben sind, brauchen Schutz, wenn sie im Orbit zuverlässig arbeiten sollen.