NASAs Ambitionen für eine Mondbasis verändern die Strategie des Privatsektors
Das Raumfahrtinfrastruktur-Unternehmen Redwire sagt, es suche neue Chancen bei Mondlandern und Energiesystemen, da NASAs Pläne für eine Mondbasis ein stärkeres kommerzielles Signal für langfristige Aktivitäten auf dem Mond setzen. In einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 7. Mai erklärten Unternehmensvertreter, dass Umfang und Taktung, die in NASAs Plänen angelegt sind, die Investitionsrechnung für eine aktivere Teilnahme am Mondmarkt verändert hätten.
Der Wandel ist bemerkenswert, weil Redwire technisch gesehen seit Jahren auf Mondmissionen vorbereitet ist. Durch die Übernahme von Deep Space Systems im Jahr 2020 ist das Unternehmen Teil des CLPS-Vertrags von NASA, des Commercial Lunar Payload Services-Programms. Bisher hat es jedoch noch keinen CLPS-Arbeitsauftrag gewonnen. CEO Peter Cannito sagte, das Unternehmen sei zuvor nicht besonders aktiv gewesen, weil es in einem Markt mit nur einer begrenzten Zahl von Starts nicht die richtige Wirtschaftlichkeit gesehen habe.
Was sich geändert hat
Laut Cannito hat NASAs Mondbasis-Plan diese Einschätzung verändert. NASA kündigte am 24. März an, innerhalb des nächsten Jahrzehnts eine Basis auf dem Mond errichten zu wollen, und Redwire sieht diesen Vorstoß nun als Schaffung eines deutlich größeren adressierbaren Gesamtmarkts. Cannito sagte, das NASA-Konzept sehe eine Landefrequenz von annähernd einmal pro Monat vor, ein Ausmaß, das neue Investitionen in Mondsysteme aus Sicht des Unternehmens deutlich besser rechtfertige.
Das ist ein wichtiges Signal für den kommerziellen Raumfahrtsektor. Ein Großteil des Geschäftsmodells für Monddienste hing davon ab, ob Mondmissionen episodische Demonstrationen bleiben oder sich zu einem dauerhaften Logistik- und Infrastrukturmarkt entwickeln. Redwire sagt im Kern, dass die aktuelle Richtung von NASA das zweite Szenario glaubwürdiger erscheinen lässt.



