Eine vollständigere Karte des TESS-Himmels
Der Transiting Exoplanet Survey Satellite der NASA, kurz TESS, hat veröffentlicht, was die Behörde als ihre bisher vollständigste Sicht auf den Nachthimmel beschreibt. Das neue Mosaik schließt Lücken früherer Beobachtungen und liefert eine breite visuelle Aufzeichnung der Mission von April 2018 bis September 2025.
Das Bild basiert auf 96 Sektoren, die in diesem Zeitraum beobachtet wurden. TESS scannt jeweils etwa einen Monat lang einen Himmelssektor mit vier Kameras und beobachtet Zehntausende Sterne auf subtile Helligkeitsänderungen, die darauf hindeuten könnten, dass ein Planet in Umlaufbahn vor seinem Wirtsstern vorbeizieht.
Tausende Welten in einem Bild
Besonders eindrucksvoll ist das neue Mosaik durch die Überlagerung von Exoplanetenentdeckungen. NASA zufolge sind fast 6.000 farbige Punkte über das Bild verteilt, die entweder bestätigte Exoplaneten oder Kandidatenwelten markieren, die die Mission bis zum Ende von TESS’ zweiter verlängerter Mission im September 2025 identifiziert hatte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte TESS 679 bestätigte Exoplaneten entdeckt, blau dargestellt, sowie 5.165 Kandidaten, orange dargestellt. Das Ergebnis ist zugleich eine wissenschaftliche Karte und eine Erinnerung daran, wie schnell sich die Exoplanetenastronomie im vergangenen Jahrzehnt ausgeweitet hat.
Rebekah Hounsell, stellvertretende Projektwissenschaftlerin von TESS an der University of Maryland Baltimore County und dem Goddard Space Flight Center der NASA, sagte, die Mission sei in den vergangenen acht Jahren zu einem „Feuerwehrschlauch“ der Exoplanetenwissenschaft geworden. Nach Angaben der NASA hat TESS Forschern geholfen, Planeten vieler Art zu identifizieren, von kleinen Welten ähnlich wie Merkur bis hin zu Planeten, die größer als Jupiter sind.
Mehr als nur eine Zählung von Planeten
Der Wert von TESS liegt nicht nur in der Zahl der Welten, die die Mission aufspürt. NASA sagt, dass einige der gefundenen Planeten in habitablen Zonen liegen, in denen an der Oberfläche potenziell flüssiges Wasser existieren könnte. Das bedeutet nicht, dass sie bewohnt sind oder überhaupt notwendigerweise der Erde ähneln, ordnet einige von ihnen aber in die Kategorie der Welten ein, die eine genaue Nachverfolgung verdienen.
Der Katalog der Mission umfasst auch ungewöhnlichere Planetentypen. NASA hebt Welten hervor, die möglicherweise von Vulkanen bedeckt sind, Welten, die von ihren Sternen zerstört werden, und Planeten, die Doppelsterne umkreisen, wo ein Sonnenaufgang und Sonnenuntergang unter zwei Sonnen ablaufen würden.
Die Kandidatenliste bleibt besonders wichtig. Mehr als 5.000 TESS-Welten warten noch auf ihre Bestätigung, was unterstreicht, wie Durchmusterungsmissionen eine viel größere Beobachtungspipeline speisen. TESS ist ein Finder, doch die Bestätigung hängt von Folgebeobachtungen durch andere Observatorien und Techniken ab.
Eine breitere Bestandsaufnahme der Exoplaneten
NASA sagt, dass Wissenschaftler bis heute mehr als 6.270 Exoplaneten mit TESS, dem inzwischen außer Dienst gestellten Weltraumteleskop Kepler und anderen Einrichtungen bestätigt haben. TESS spielt in dieser breiteren Bestandsaufnahme eine zentrale Rolle, weil es große Teile des Himmels untersucht und ständig neue Ziele für weitergehende Studien liefert.
Das Mosaik erfasst auch vertraute großräumige Strukturen am Himmel. Der helle zentrale Bogen ist die Ebene der Milchstraße. Die Große und die Kleine Magellansche Wolke erscheinen als helle weiße Ovale unten links. Schwarze Bereiche innerhalb des gesamten Ovals markieren Regionen, die TESS noch nicht aufgenommen hat.
Warum das Mosaik wichtig ist
Auf einer Ebene ist die Veröffentlichung ein datendichtes Bildprodukt. Auf einer anderen ist sie eine kompakte Zusammenfassung einer bedeutenden Ära der Planetensuche. TESS ist lange genug in Betrieb, dass sich seine Entdeckungen nun nicht mehr als isolierte Funde, sondern als dichtes Muster über den Himmel hinweg darstellen lassen.
Das ist wissenschaftlich und kulturell bedeutsam. Die Entdeckung von Exoplaneten ist kein seltener Strom einzelner Überraschungen mehr. Es ist eine fortlaufende Bestandsaufnahme, die das Spektrum bekannter Planetensysteme ständig erweitert. Das neue TESS-Mosaik macht diesen Reichtum in einem einzigen Bild sichtbar.
Dieser Artikel basiert auf Berichterstattung von science.nasa.gov. Den Originalartikel lesen.
Originally published on science.nasa.gov


