Psyche steht kurz davor, Mars als Schleuder zu nutzen
Die Psyche-Raumsonde der NASA nähert sich einem nahen Marsvorbeiflug, der für den 15. Mai angesetzt ist. Das Manöver soll die Mission zu ihrem endgültigen Ziel bringen: dem metallreichen Asteroiden 16 Psyche. Die Begegnung ist zugleich ein Navigationsmeilenstein und eine wissenschaftliche Gelegenheit, denn sie gibt der Sonde einen Gravitationsschub und erlaubt dem Missionsteam, Instrumente an einem großen planetaren Ziel zu testen und zu kalibrieren.
Psyche startete am 13. Oktober 2023 an Bord einer SpaceX Falcon Heavy und reist zu einer ungewöhnlichen Welt, von der man annimmt, dass sie den freigelegten metallischen Kern eines gescheiterten Protoplaneten oder einen frühen Baustein des Sonnensystems darstellt. Damit ist die Mission nicht nur für die Asteroidenforschung wichtig, sondern auch für das Verständnis, wie felsige Welten entstehen und sich differenzieren.
Ein sehr naher Vorbeiflug
Die Sonde soll in etwa 4.500 Kilometern Entfernung an Mars vorbeifliegen, also nahe genug, um innerhalb der Bahnen der beiden kleinen Monde des Planeten, Phobos und Deimos, zu liegen. Der Anflug von der sonnenabgewandten Seite her bedeutet, dass Psyche vor der größten Annäherung die dunkle Seite des Mars sieht, während der Planet zu einer Sichelform anwächst, die von der Erde aus nicht sichtbar ist.
Diese Geometrie ist einer der Gründe, warum der Vorbeiflug über seinen Antriebswert hinaus Aufmerksamkeit bekommt. Er bietet eine visuell eindrucksvolle und operativ nützliche Mars-Perspektive, die es der Mission ermöglicht, vor und nach der größten Annäherung Bilder unter wechselnden Lichtverhältnissen aufzunehmen.



