Ein Veteran lang andauernder Stationsarbeit verlässt die NASA
Der NASA-Astronaut Andrew Morgan ist nach 12 Jahren bei der Agentur in den Ruhestand gegangen und schließt damit ein Kapitel ab, das eine 272-tägige Mission an Bord der Internationalen Raumstation und eine rekordverdächtige Serie von Weltraumausstiegen umfasste. Morgan, Brigadegeneral der US-Armee, verlässt die NASA, um seinen Militärdienst fortzusetzen, wie die Agentur mitteilte.
Morgan wurde im August 2013 als Teil der 21. Astronautenklasse der NASA ausgewählt. Er startete am 20. Juli 2019 mit Sojus MS-13 zur Raumstation, einem Datum, das mit dem 50. Jahrestag der Apollo-11-Mondlandung zusammenfiel. Während seiner Zeit im Orbit diente er als Flugingenieur auf den Expeditionen 60, 61 und 62 und trug zu wissenschaftlichen Experimenten, Technologiedemonstrationen und Stationswartung bei, während er mehr als 115 Millionen Meilen in über 4.300 Erdumläufen zurücklegte.
Der Rekord, der herausragt
Während dieser neunmonatigen Mission absolvierte Morgan sieben Weltraumausstiege mit einer Gesamtzeit von 45 Stunden und 48 Minuten. Die NASA erklärte, dass dies den Rekord für die längste Weltraumausstiegszeit während eines einzelnen Raumflugs eines US-Astronauten gebrochen habe. Vier dieser Einsätze dienten der Reparatur des Alpha Magnetic Spectrometer, eines an der Raumstation befestigten Teilchendetektors, der nach Hinweisen auf Antimaterie und Dunkle Materie sucht.
Diese Arbeit prägte Morgans NASA-Laufbahn entscheidend mit. Langzeitmissionen auf der Station werden oft über grobe Zahlen wie die Zeit im All erinnert, doch die AMS-Reparatur ist ein konkreteres Maß für technische Leistung. Weltraumausstiege zur Reparatur komplexer externer Hardware sind risikoreiche Aufgaben, die Verfahrensdisziplin, mechanisches Geschick und Crew-Koordination erfordern. Dass Morgans Mission mehrere solcher Einsätze umfasste, ist ein Grund dafür, dass sein Abschied mehr institutionelles Gewicht hat als eine routinemäßige Ruhestandsmeldung.
Morgans NASA-Bilanz im Überblick
- Im August 2013 von der NASA ausgewählt.
- 272 Tage an Bord der Internationalen Raumstation im All verbracht.
- Auf den Expeditionen 60, 61 und 62 eingesetzt.
- Sieben Weltraumausstiege mit insgesamt 45 Stunden und 48 Minuten absolviert.
- Einen US-Rekord für die Zeit im Weltraum während eines einzelnen Raumflugs aufgestellt.
Eine Karriere, die über die Umlaufbahn hinausging
Die NASA-Mitteilung hebt auch Morgans Arbeit am Boden hervor. Während seiner Agenturkarriere war er unter anderem Leiter der Missionsunterstützungsabteilung im Astronaut Office, Crew Operations Officer, Verbindungsbeamter des Astronaut Mission Control Teams für die Expeditionen 67 und 68 sowie Kommandeur der Army-Abteilung. In seinen letzten zwei Jahren bei der NASA kehrte er auf einer Rotationsverwendung zur Armee zurück, als Kommandeur der U.S. Army Garrison Kwajalein Atoll und senior militärischer Berater des US-Botschafters in der Republik Marshallinseln.
Diese Aufgaben sind wichtig, weil sie zeigen, wie Astronautenkarrieren zunehmend operative, managementbezogene und interinstitutionelle Rollen umfassen. NASA ist nicht nur ein Ort, an dem Astronauten Missionen fliegen. Sie ist auch auf erfahrene ehemalige Raumfahrer angewiesen, um Ausbildung, Einsatzbereitschaft, Koordination und die Übertragung von Missionserfahrung in organisatorische Fähigkeiten zu unterstützen.
Warum dieser Ruhestand wichtig ist
Morgans Ruhestand kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die NASA den Betrieb der ISS, kommerzielle Partnerschaften, Mondambitionen und langfristige Planung für künftige Exploration ausbalanciert. Veteranen unter den Astronauten helfen, diese Epochen miteinander zu verbinden. Ihre Laufbahnen enthalten praktische Lehren über Risiko, Wartung, wissenschaftliche Arbeit im Orbit und die Kultur, die für nachhaltige bemannte Raumfahrt nötig ist.
NASA-Verantwortliche unterstrichen dieses Vermächtnis in ihren Stellungnahmen und verwiesen auf Morgans Führungsqualitäten, Urteilsvermögen und Einfluss innerhalb des Astronautenkorps. Lob ist in einer Ruhestandsmeldung zu erwarten, doch die zugrunde liegende Bilanz trägt es. Morgans Mission verband Dauer, technische Arbeit und operative Sichtbarkeit auf eine Weise, die ihn zu einem der bekanntesten Astronauten der Stationsära seiner Kohorte machte.
Sein Abschied markiert weniger ein Ende des Dienstes als einen Wechsel des Einsatzortes. Morgan verlässt die NASA, aber nicht den öffentlichen Dienst. Für die NASA ist die Mitteilung eine weitere Erinnerung daran, dass die Stationsgeneration der Astronauten allmählich wechselt und dabei einen Erfahrungsschatz mitnimmt, der in der langen Zwischenphase zwischen Shuttle-Betrieb und dem, was an nachhaltigen bemannten Tiefraum-Missionen noch kommt, aufgebaut wurde.
Dieser Artikel basiert auf einer NASA-Berichterstattung. Zum Originalartikel.
Originally published on nasa.gov


