Eine jahrzehntealte Mars-Debatte bekommt eine neue geologische Antwort
Wissenschaftler streiten seit Langem darüber, ob der Mars einst einen gewaltigen Ozean über weite Teile seiner Nordhemisphäre beherbergte. Eines der größten Probleme war die fehlende Küstenlinie. Forschende erwarteten, dass ein großer, stabiler Ozean etwas Hinterlassen würde wie einen Badewannenrand: eine ebene, klar nachverfolgbare Grenze, die zeigt, wo das Wasser einst stand. Stattdessen wirken die möglichen Marsküstenlinien, die identifiziert wurden, in ihrer Höhenlage um mehrere Kilometer verzerrt.
Ein neuer in Nature veröffentlichter Artikel, über den Universe Today berichtet, argumentiert, dass dies womöglich das falsche Merkmal gewesen sei, auf das man sich konzentriert hat. Statt nach einer scharf abgegrenzten Küstenlinie zu suchen, hätten die Forschenden Abdallah Zaki und Michael Lamb vom Caltech nach einem Kontinentalschelf Ausschau halten sollen.
Die Schelf-Hypothese
Auf der Erde ist das markanteste großräumige Merkmal eines Ozeanrandes nicht die sichtbare Küstenlinie, sondern die flach geneigte Küstenebene und der Kontinentalschelf unter Wasser. Dem Bericht zufolge verglichen die Forschenden Hangmuster auf der Erde und auf dem Mars und fanden das, was sie als nahezu exakte Übereinstimmung einer flachen Zone auf dem Mars zwischen etwa -1.800 und -3.800 Metern Höhe beschreiben.
Das Ausmaß des Merkmals ist auffällig. Die schelfartige Region umfasst 10,2 Millionen Quadratkilometer, also nahezu 7 Prozent der Marsoberfläche. Schon allein das würde sie zu einem der folgenreichsten geologischen Belege machen, die in der langjährigen Ozeandebatte bisher vorgeschlagen wurden.
Das Argument wird durch die Orte anderer Hinweise gestärkt. Laut Quelle liegen viele bekannte, von Rovern und Orbitern entdeckte Deltas in dieser Zone. Zwei mutmaßliche Küstenlinien namens Arabia und Deuteronilus befinden sich ebenfalls darin, und auch mächtige Ablagerungen geschichteter Gesteine und Tone sind dort konzentriert. Diese Materialien gelten als mit lang anhaltendem Wasser verbunden.






