Ein kleines Teleskop mit einem sehr spezifischen Ziel
Kanada schlägt eine neue Mikrosatellitenmission vor, die eines der spannendsten Ziele der Astronomie verfolgt: kleine felsige Planeten um nahe kühle Sterne zu finden. Das Konzept mit dem Namen POET, kurz für Photometric Observations of Exoplanet Transits, ist darauf ausgelegt, nach erdgroßen und supererdenähnlichen Exoplaneten zu suchen, die ultrakalte Zwerge umkreisen.
Laut Universe Today befindet sich die Mission derzeit in der Entwicklung und wird in einem Preprint beschrieben, der auf arXiv verfügbar ist und zuvor bei den Proceedings of SPIE Volume 13627, Techniques and Instrumentation for Detection of Exoplanets XII eingereicht wurde. Das Projekt würde sich auf K-Sterne, M-Sterne und Braune Zwerge konzentrieren, eine Klasse von Objekten, die oft als gescheiterte Sterne bezeichnet wird, weil sie in Größe und Verhalten zwischen Gasriesen und kleinen Sternen liegt.
Die wissenschaftliche Logik ist klar. POET würde die Transitmethode nutzen und nach der kurzen Abdunkelung suchen, die auftritt, wenn ein Planet vor seinem Heimatstern vorbeizieht. Da ultrakalte Zwerge viel kleiner als die Sonne sind, blockiert ein erdgroßer Planet einen größeren Anteil ihres Lichts. Universe Today weist darauf hin, dass diese Sterne schätzungsweise etwa 10 Prozent des Sonnendurchmessers haben, was das Größenverhältnis von Planet zu Stern für die Entdeckung deutlich günstiger macht.
Auf Kanadas Erfahrung mit kleinen Raumfahrzeugen aufbauen
POET würde nicht bei null anfangen. Die Mission baut auf Kanadas früherem Mikrosatelliten-Erbe auf, insbesondere MOST und NEOSSat, die 2003 und 2013 gestartet wurden. Beide früheren Missionen nutzten 15-Zentimeter-Teleskope und beobachteten im sichtbaren Wellenlängenbereich. MOST untersuchte Sterne, um Eigenschaften wie Alter und Zusammensetzung zu erfassen, während NEOSSat sich auf Asteroiden und Weltraumschrott konzentrierte.
Universe Today verweist auf ein bemerkenswertes wissenschaftliches Vermächtnis von MOST: Es half zu zeigen, dass der heiße Jupiter um HD 209458 eine sehr geringe Reflektivität hat. Diese Geschichte ist wichtig, weil sie zeigt, dass vergleichsweise kleine Raumfahrzeuge dennoch spezialisierte, hochwirksame Beiträge leisten können, wenn sie auf klare wissenschaftliche Fragen ausgerichtet sind.
POET würde diesen Ansatz mit einem 20-Zentimeter-Teleskop und breiteren Bildgebungsfähigkeiten fortsetzen. Dem Bericht zufolge ist die Mission für Beobachtungen im nahen Ultraviolett, im sichtbaren Licht und im nahen Infrarot vorgesehen. Diese Kombination würde dem Satelliten mehr Flexibilität geben, Transitsignale zu charakterisieren und die besten Beobachtungsbänder für kühle Sterne auszuwählen.




