Warum externer Speicher schon immer ein Kompromiss war
Für den größten Teil der Computergeschichte bedeutete externer Speicher, eine erhebliche Leistungseinbuße zu akzeptieren. USB 3.0 und sogar USB 3.2 Verbindungen setzten eine Obergrenze, die weit unter dem lag, was moderne SSDs intern liefern konnten. Videobearbeiter, Fotografen und Datenwissenschaftler, die mit großen Dateien arbeiten, hielten ihre sperrigen externen Festplatten routinemäßig an ihre Maschinen gebunden – nicht weil sie diesen Arbeitsablauf bevorzugten, sondern weil es keine bessere Option gab. Schneller Speicher war interner Speicher.
Thunderbolt half denen, die den Premium-Preis zahlen wollten und bereit waren, im Apple-Ökosystem zu bleiben, wo die Technologie die breiteste Akzeptanz hatte. Aber für die Mehrheit der Benutzer auf Windows-Hardware war das Kabel auf der Rückseite ihrer Maschine ein Engpass, mit dem sie einfach lebten. Dieser Engpass verschwindet endlich, und der Mechanismus ist USB4.
USB4 und was es verändert
USB4 ist die Spezifikation, die endlich Thunderbolt-ähnliche Bandbreite zum allgegenwärtigen USB-Anschluss bringt und Geschwindigkeiten von bis zu 40 Gbps in seiner höchsten Bandbreitenvariante erreicht. Diese Obergrenze ist hoch genug, dass NVMe SSDs – der aktuelle Gold-Standard für interne Speicherleistung – mit Geschwindigkeiten sehr nahe an ihren nativen Geschwindigkeiten in einem USB4-Gehäuse arbeiten können.
Die praktische Konsequenz ist erheblich. Eine moderne NVMe SSD in einem USB4-Gehäuse kann sequenzielle Lesegeschwindigkeiten im Bereich von 3.000 bis 3.500 MB/s erreichen, verglichen mit der ungefähren Obergrenze von 1.000 MB/s bei USB 3.2 Gen 2. Für Vorgänge wie die Bearbeitung von 4K- oder 8K-Video direkt von einem externen Laufwerk, das Offloaden großer Kamerakarten-Importe oder das Ausführen von virtuellen Maschinen von tragbarem Speicher ist der Unterschied transformativ statt inkrementell.
Das HyperDrive Next-Gehäuse
Das USB4 M.2 PCIe-Gehäuse von HyperDrive gehört zu den ersten auf Consumer abzielenden Produkten, die diese Leistung ohne technische Montageherausforderungen zugänglich machen. Das Gerät akzeptiert M.2 2280 NVMe SSDs – den häufigsten Formfaktor – und stellt ihre volle Leistung über einen einzigen USB4-Anschluss zur Verfügung, der auch die Stromversorgung handhabt.
Die Verarbeitungsqualität spiegelt die Premium-Positionierung wider. Ein Aluminiumgehäuse verwaltet die Wärmeleitung wirksam, was wichtig ist, da NVMe SSDs drosseln, wenn sie zu heiß werden – ein Problem, das frühere Generationen von externen Gehäusen untergraben hat, die Kunststoffgehäuse verwendeten. Das Design von HyperDrive hält die Temperaturen während anhaltender sequenzieller Schreibvorgänge unter Kontrolle, was die Arbeitsbelastung ist, die am ehesten zu thermischer Drosselung führt.
Das Setup ist unkompliziert: Öffnen Sie das Gehäuse, schieben Sie eine M.2 SSD ein, schließen Sie es und stecken Sie das Kabel ein. Auf modernen Betriebssystemen sind keine Treiber erforderlich. Das Laufwerk erscheint innerhalb von Sekunden als externes Volume. Für Benutzer, die bereits High-Performance NVMe-Laufwerke besitzen – oder bereit sind, eines zu kaufen – konvertiert das Gehäuse dieses Laufwerk in tragbaren Speicher, der die meisten als integrierte Einheiten verkauften externen SSDs übertrifft.
Auswirkungen auf den Arbeitsablauf für kreative Profis
Die von dieser Verschiebung am meisten betroffenen professionellen Arbeitsabläufe sind diejenigen, die große Dateiübertragungen und direktes Bearbeiten vom Laufwerk beinhalten. Videoproduktionsteams, die auf High-Bitrate-Formaten drehen – besonders diejenigen, die mit RAW oder Intermediate-Codecs bei Auflösungen über 4K arbeiten – mussten Material entweder vor der Bearbeitung auf interne Laufwerke übertragen oder die Verzögerung akzeptieren, die durch langsamere externe Verbindungen entsteht.
USB4 NVMe-Gehäuse verändern diese Rechnung. Mit Lesegeschwindigkeiten, die ausreichen, um auch anspruchsvolle Videoformate zu unterstützen, kann das Laufwerk auf einem Schreibtisch angeschlossen als primäres Arbeitsvolumen während einer Bearbeitungssitzung fungieren. Nach der Produktion kann es physisch zu einer anderen Workstation getragen und dort angeschlossen werden, ohne Übertragungsverzögerung.
Kompatibilitätsüberlegungen
USB4 ist noch nicht universell. Ältere Maschinen mit USB 3.x-Anschlüssen können das gleiche Kabel physisch akzeptieren, erreichen aber keine USB4-Geschwindigkeiten – die Verbindung wird auf das höchste gegenseitig unterstützte Protokoll verhandelt. Käufer sollten überprüfen, dass ihre Host-Maschinen tatsächlich USB4 unterstützen, bevor sie volle Leistung erwarten. Die meisten Laptops und Desktops, die 2023 oder später veröffentlicht wurden, haben mindestens einen USB4-Anschluss, aber ältere Hardware erfordert Spezifikationsprüfung.
Die im Gehäuse installierte NVMe SSD ist auch wichtig. Entry-Level NVMe-Laufwerke saturieren möglicherweise nicht die USB4-Verbindung. High-Performance-Laufwerke von Samsung, WD oder Sabrent werden mehr aus dem Gehäuse herausholen als Budget-Optionen. Käufer, die ein komplettes Setup zusammenstellen, sollten Laufwerk und Gehäuse-Tiers aufeinander abstimmen, um die Investition zu maximieren.
Preisgestaltung und der breitere Markt
USB4-Gehäuse besetzen eine Preisrange, die ihre Leistungsstufe widerspiegelt. Bei Berücksichtigung der Kosten der NVMe SSD selbst erfordert eine komplette High-Performance-Externe-Speicherlösung eine größere Vorauszahlung als der Kauf eines vorgepackten tragbaren SSD – aber die Leistungsobergrenze ist wesentlich höher, und das NVMe-Laufwerk kann unabhängig aktualisiert werden, wenn schnellere Optionen entstehen. Der Markt bewegt sich in einer klaren Richtung: USB4 wird zum Baseline-Standard, wenn ältere USB-Varianten aus neuer Hardware verschwinden.
Dieser Artikel basiert auf Berichterstattung von ZDNET. Lesen Sie den ursprünglichen Artikel.
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