Pentagon beendet das OCX-Programm

Das Pentagon hat das Global Positioning System Next-Generation Operational Control System, bekannt als OCX, gestrichen und damit ein 16 Jahre langes Vorhaben beendet, das Kommando und die Kontrolle des GPS-Satellitennavigationsnetzwerks des US-Militärs zu modernisieren.

Die US Space Force teilte mit, dass die Streichung am 17. April von Michael Duffey, dem Beschaffungschef des Pentagons, genehmigt wurde. Die Entscheidung folgt auf jahrelange Terminverzögerungen, steigende Kosten und Testprobleme, die selbst nach der Übergabe des Systems an die Space Force fortbestanden.

OCX sollte neuere GPS-Funktionen unterstützen, darunter Signale der GPS-III-Satelliten, deren Starts 2018 begannen. Das Programm umfasste außerdem zwei Hauptkontrollstationen sowie Änderungen an Bodenüberwachungsstationen weltweit.

Tests machten ein Betriebsrisiko sichtbar

Laut Space Force zeigten integrierte Tests breite Probleme, als OCX im Kontext des größeren GPS-Systems bewertet wurde. Oberst Stephen Hobbs, Kommandeur von Mission Delta 31, sagte, das Team habe in mehreren Fähigkeitsbereichen Probleme festgestellt, die bestehende GPS-Dienste hätten gefährden können.

Dieses Risiko war erheblich, weil GPS nicht nur ein militärisches System ist. Es bildet die Grundlage für zivile Navigation, Zeitmessung, Logistik, Luftfahrt, Finanznetzwerke, Notfallreaktionen und Mobilfunkdienste. Ein Ersatz-Bodensystem, das nicht sicher eingeführt werden kann, ist ein größeres Problem als nur ein verspätetes Softwareprojekt.

Die Space Force sagte, die Herausforderungen, OCX in einem relevanten Zeitrahmen in den Betrieb zu bringen, hätten sich trotz wiederholter Anstrengungen von Regierungs- und Auftragnehmerteams als unüberwindbar erwiesen.

Teures Beschaffungsversagen

Das Pentagon vergab den OCX-Auftrag 2010 an Raytheon, als das System 2016 zu Kosten von 3,7 Milliarden US-Dollar fertiggestellt werden sollte. Später stiegen die Budgetprognosen auf nahezu 8 Milliarden US-Dollar, und der Zeitplan verlängerte sich um rund ein Jahrzehnt über den ursprünglichen Plan hinaus.

RTX, der aktuelle Name der Muttergesellschaft von Raytheon, lieferte das System 2025 aus und erklärte, die Space Force auch nach der Übergabe weiter unterstützt zu haben. Spätere Tests zeigten jedoch, dass das System weiterhin nicht bereit für GPS-Einsätze war.

Die Streichung verdeutlicht eine wiederkehrende Herausforderung bei Verteidigungsbeschaffungen: softwarelastige Modernisierungsprogramme können zu groß, zu verspätet und zu schwer mit kritischer laufender Infrastruktur zu integrieren werden. In diesem Fall entschied das Militär, dass die Fortsetzung des Vorhabens mehr Risiko barg als sein Ende.

Warum das wichtig ist

Die Entscheidung lässt der Space Force die Aufgabe, das aktuelle GPS-Kommando und die Kontrolle aufrechtzuerhalten und zugleich einen anderen Weg für die Modernisierung zu finden. Die unmittelbare Priorität ist die Kontinuität: Die aktuellen militärischen und zivilen GPS-Fähigkeiten müssen zuverlässig weiterlaufen, während künftige Upgrades neu bewertet werden.

Das Ende von OCX dürfte auch die Prüfung großer Verteidigungssoftwareprogramme verschärfen. GPS ist eines der wichtigsten gemeinsam genutzten militärischen und zivilen Infrastrukturelemente der Welt, und das Scheitern seines geplanten Bodensystems wird zu einem Fallbeispiel für Kostensteigerungen, Integrationsrisiken und Beschaffungsaufsicht werden.

Dieser Artikel basiert auf einem Bericht von Ars Technica. Den Originalartikel lesen.

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