Ein weiterer Robotaxi-Entwickler muss sich einem Kompetenztest der Aufsichtsbehörden stellen

Die US-amerikanische National Highway Traffic Safety Administration hat eine Untersuchung gegen Avride eingeleitet, das mit Uber verbundene Unternehmen für autonome Fahrzeuge, nachdem 16 Unfälle im Zusammenhang mit der Leistung des autonomen Systems des Unternehmens festgestellt wurden. Laut dem vorgelegten Bericht umfassen die Unfälle eine leichte Verletzung und werfen Fragen dazu auf, wie das System Spurwechsel, Fahrzeuge in der Nähe und stationäre Hindernisse handhabt.

Alle von den Aufsichtsbehörden angeführten Vorfälle ereigneten sich, während ein Sicherheitsmonitor auf dem Fahrersitz saß, ein Detail, das die zentrale Frage der Untersuchung schärft: Wenn ein menschlicher Aufseher anwesend war, warum kam es dennoch zu diesen Unfällen?

Was die Aufsichtsbehörden als Problem ansehen

Das Office of Defects Investigation der National Highway Traffic Safety Administration erklärte, die identifizierten Unfälle stünden im Zusammenhang mit der „Kompetenz“ von Avrides selbstfahrendem System. Konkret heißt es in dem Bericht, das System habe offenbar Schwierigkeiten beim Spurwechsel, beim Reagieren auf andere Fahrzeuge in derselben Spur und beim Reagieren auf stehende Objekte gehabt.

Das sind keine Randfall-Beschwerden. Es handelt sich um Grundfähigkeiten für jeden Automatisierungsstack für den Straßenverkehr. Ein Muster von Ausfällen in all diesen Bereichen deutet darauf hin, dass die Aufsichtsbehörden eher das grundlegende Systemverhalten als eine isolierte Anomalie betrachten.

Avride lehnte es laut der Quelle ab zu erklären, warum Sicherheitsmonitore bei den Unfällen nicht eingegriffen hätten. Das Unternehmen sagte jedoch, es habe auf Grundlage jedes zwischen Dezember 2025 und März 2026 gemeldeten Vorfalls gezielte technische und operative Gegenmaßnahmen umgesetzt und die Vorfallhäufigkeit im Verhältnis zur Fahrleistung sei trotz der Ausweitung des Betriebs zurückgegangen.

Warum die Verbindung zu Uber wichtig ist

Avride ist vor allem für Zustellroboter auf Gehwegen bekannt, entwickelt aber seit Jahren selbstfahrende Autos und ging 2024 eine Partnerschaft mit Uber ein. Im Jahr 2025 vereinbarten Uber und die Muttergesellschaft von Avride, Nebius, strategische Investitionen und andere Verpflichtungen im Wert von bis zu 375 Millionen US-Dollar, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Damit trifft die NHTSA-Untersuchung das Unternehmen zu einem kommerziell sensiblen Zeitpunkt. Uber bot erst kürzlich Fahrten in Avride-Robotaxis in Dallas, Texas, an, wo viele der gemeldeten Unfälle passierten. Einige Vorfälle ereigneten sich auch in Austin, und an mindestens einem Unfall war ein Fahrzeug mit einem Passagier beteiligt.

Für Uber ist die Untersuchung eine Erinnerung daran, dass Autonomie-Partnerschaften nicht nur technologische Chancen, sondern auch regulatorische Risiken mit sich bringen. Für Avride ist sie ein Test dafür, ob das Unternehmen über die Pilotphase hinaus in einen Sicherheitsnachweis hineinwachsen kann, der einer bundesbehördlichen Prüfung standhält.

Das Signal für die gesamte Branche der autonomen Fahrzeuge

Die dauerhafte Anordnung der NHTSA zu automatisierten Fahrsystemen verpflichtet Unternehmen, bestimmte Unfälle zu melden, und Avride erklärte, die Vorfälle wie vorgeschrieben eingereicht zu haben. Dieser Melderahmen erfüllt genau seinen Zweck: Er schafft eine Akte, mit der Aufsichtsbehörden Muster erkennen können, bevor ein schwererer Vorfall die Frage erzwingt.

Das Kernproblem für den Robotaxi-Sektor ist, dass das öffentliche Vertrauen weniger von Marketingaussagen als von sichtbaren Betriebsfehlern geprägt wird. Jeder Unfall im Zusammenhang mit Spurführung oder Objektreaktion verstärkt die Sichtweise, dass Autonomie in alltäglichen Verkehrssituationen weiterhin fragil ist. Menschliche Sicherheitsmonitore können dieses Risiko nur mindern, wenn sie zuverlässig und rechtzeitig eingreifen, und die Quelle liefert keine Erklärung dafür, warum das hier nicht geschah.

Wie es weitergeht

Eine Untersuchung stellt für sich genommen kein Fehlverhalten fest, erhöht aber die Hürde für Belege. Avride muss nicht nur zeigen, dass es jeden Vorfall versteht, sondern auch, dass seine systemweiten Korrekturen die von den Aufsichtsbehörden identifizierten wiederkehrenden Verhaltensweisen adressieren. Im autonomen Fahren sind Zusicherungen über Verbesserungen üblich. Einen robusten Fortschritt unter Beobachtung zu belegen, ist deutlich schwieriger.

Im Moment ist die Lage klar: Ein von Uber unterstütztes Unternehmen, das in wichtigen texanischen Märkten wächst, steht unter Bundesprüfung, weil sein selbstfahrendes System in einigen der grundlegendsten Alltagssituationen auf der Straße noch nicht zuverlässig genug sein könnte.

Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von TechCrunch. Zum Originalartikel.

Originally published on techcrunch.com