Das günstigste iPad bekommt ein neues Gehirn
Das iPad der Einstiegsklasse von Apple hat lange eine eigenartige Rolle in der Produktpalette des Unternehmens gespielt: Es ist durchweg die günstigste Möglichkeit, in das Apple-Ökosystem einzusteigen, erhält aber oft ältere Chips, die die Kosten niedrig halten und gleichzeitig eine für die meisten Gelegenheitsnutzer akzeptable Leistung bieten. Diese Dynamik wird sich bald deutlich ändern. Laut Berichten aus zuverlässigen Apple-Lieferketten-Quellen bleibt das nächste iPad der Einstiegsklasse planmäßig für eine Einführung in der ersten Hälfte 2026 und wird vom A18-Chip angetrieben – dem gleichen Prozessor, der derzeit die iPhone 16-Reihe und die grundlegenden Apple Intelligence-Funktionen antreibt.
Der Sprung ist bedeutsam. Das aktuelle zehnte iPad, das Ende 2022 veröffentlicht wurde, verwendet den A14 Bionic Chip – einen Chip, der ursprünglich 2020 im iPhone 12 eingeführt wurde. Der Wechsel zum A18 überspringt vier vollständige Chip-Generationen und stellt bei weitem den größten Performance-Sprung dar, den die iPad-Reihe je in einer Generation gesehen hat. Der A18 verfügt über eine 6-Kern-CPU, eine 5-Kern-GPU und kritischerweise eine 16-Kern Neural Engine, die Apple Intelligence-Funktionen lokal ausführen kann, ohne sich auf Cloud-Verarbeitung zu verlassen.
Warum Apple Intelligence alles für iPad ändert
Die Aufnahme eines Apple Intelligence-fähigen Chips in das iPad der Einstiegsklasse ist der Schlüsselfaktor in diesem Upgrade. Apple führte Apple Intelligence mit iOS 18 und iPadOS 18 ein, aber der Funktionsumfang ist auf Geräte mit A17 Pro oder neueren Chips beschränkt – was bedeutet, dass die gesamte zehnte iPad-Reihe ausgeschlossen ist. Für eine Produktkategorie, die Apple stark für Schüler und Familien vermarktet, schuf dieser Ausschluss eine unangenehme Situation: Das günstigste Apple Intelligence-fähige Gerät ist derzeit das iPhone 15 Pro, das fast dreimal so viel kostet wie ein iPad der Einstiegsklasse.
Die Einführung des A18 auf dem iPad der Einstiegsklasse schließt diese Lücke vollständig. Das Basis-iPad wird zum günstigsten Apple Intelligence-fähigen Gerät in der Reihe, das Writing Tools, das überarbeitete Siri mit kontextbewussten Funktionen, KI-gestützte Fotobearbeitung in Fotos und die Möglichkeit ermöglicht, ChatGPT-Anfragen über Siri zu stellen, ohne Apps zu wechseln. Für Pädagogen und Schüler, die einen großen Teil der iPad-Käufer darstellen, könnte der Zugang zu diesen KI-Produktivitätstools zu einem erschwinglichen Preis die Installed Base von Apple Intelligence sinnvoll erweitern.
Design und andere Spezifikationen
Über das Chip-Upgrade hinaus deuten Lieferketten-Berichte darauf hin, dass das externe Design des neuen iPad dem zehnten iPad weitgehend ähnlich bleiben wird – das flache Aluminium-Design mit in den oberen Button integriertem Touch ID, einen USB-C-Port und Unterstützung für den Apple Pencil der zweiten Generation. Die Display-Größe soll bei 10,9 Zoll bleiben, obwohl einige Berichte darauf hingedeutet haben, dass Apple möglicherweise eine bescheidene Größenerhöhung auf 11 Zoll vornehmen könnte, um die Konsistenz mit dem Rest der iPad-Reihe nach dem kürzlichen Wachstum des iPad mini zu wahren.
Ein Spekulationsbereich ist, ob das neue iPad Stage Manager unterstützt, Apples Multitasking-Interface, das auf iPadOS 16 debütierte. Der A18 liegt gut im Performance-Bereich, der Stage Manager ermöglichen sollte, aber Apple hat manchmal Softwarebeschränkungen verwendet, um die Produktdifferenzierung zu wahren. Angesichts des Schwerpunkts des Unternehmens auf eine breite Verfügbarkeit von Apple Intelligence scheint es jedoch wahrscheinlicher, dass das neue iPad der Einstiegsklasse einen relativ vollständigen Funktionsumfang erhält.
Preisgestaltung und Marktstrategie
Die aktuelle Preisgestaltung für das zehnte iPad beginnt bei 349 $. Der A18-Chip wird auf TSMCs 3-nm-Verfahren hergestellt – dem gleichen modernsten Knoten, der für Apples hochwertigste Geräte verwendet wird – und seine Einbeziehung in das iPad der Einstiegsklasse ohne signifikante Preiserhöhung erfordert, dass Apple einen gewissen Komponentenkosteanstieg aufnimmt oder durch Fertigungseffizienzen ausgleicht. Die meisten Analysten erwarten, dass das neue iPad zum gleichen Startpreis von 349 $ oder im Bereich von 20-30 $ davon auf den Markt kommt, da der Bildungs- und Familienmarkt preisempfindlich genug ist, dass die Beibehaltung dieser Schwelle das Akzeptieren dünnerer Margen wert ist.
Der Wettbewerbskontext ist auch wichtig. Amazons Fire Tablet-Reihe, Samsungs Galaxy Tab A-Serie und eine Reihe von Android-Tablets besetzen den Sub-300-Dollar-Preispunkt. Apples iPad der Einstiegsklasse hat durchgehend einen erheblichen Aufschlag gegenüber diesen Alternativen verlangt; es mit einem A18-Chip und Apple Intelligence-Unterstützung auszustatten, gibt dem Unternehmen eine überzeugende Antwort für alle, die sich fragen, ob dieser Aufschlag gerechtfertigt ist. Das Update des iPads der Einstiegsklasse wird erwartet, Teil einer umfassenderen iPad-Reihen-Erneuerung zu sein, die Apple eine kohärente, durchgängige Apple Intelligence-Geschichte für die Back-to-School-Saison 2026 geben könnte – möglicherweise der bedeutsamste Produktzyklus, den das iPad in Jahren gesehen hat.
Dieser Artikel basiert auf Berichten von 9to5Mac. Lesen Sie den Originalartikel.



