Die Ära der kollaborativen Displays neigt sich dem Ende zu
Microsoft beendet Berichten zufolge die Produktion des Surface Hub 3 und sagt die Pläne für ein Surface Hub 4 ab, wie The Verge unter Berufung auf Windows Central berichtet. Sollte sich das bestätigen, wäre damit eine Hardware-Reihe abgeschlossen, die 2015 als hochkarätiger Versuch begann, die Art und Weise zu verändern, wie Teams in Konferenzräumen zusammenkommen, präsentieren und zusammenarbeiten.
Der Surface Hub war von Anfang an ein ungewöhnlich ambitioniertes Produkt. Er kombinierte ein riesiges Touchdisplay mit einem integrierten PC und digitaler Whiteboard-Funktionalität, kam in 50-Zoll- und 85-Zoll-Versionen und kostete rund 8.000 beziehungsweise 20.000 US-Dollar. Er wurde nicht als normaler Monitor oder als Zubehör für Besprechungsräume verkauft, sondern als Vision des Büros der Zukunft, in dem Teams um einen gemeinsamen Bildschirm herum hybride Dokumente, Anmerkungen, Videokonferenzen und Zusammenarbeit in Echtzeit erledigen würden.
Eine große Idee, die ihre Zeit überlebt hat
In gewisser Hinsicht hatte der Surface Hub eine lange Lebensdauer. Microsoft hielt die Reihe über etwa ein Jahrzehnt hinweg aktuell, und das Konzept überstand mehrere größere Neuausrichtungen innerhalb der Surface-Sparte. In anderer Hinsicht wurde das Produkt jedoch nie das, was es hätte sein sollen. Das teure digitale Whiteboard blieb ein Nischenkauf, und der Konferenzraum, für den es gedacht war, veränderte sich schneller als das Gerät.
Die Pandemie beschleunigte den Wechsel zu Remote- und Hybridarbeit und ließ raumgebundene Kollaborations-Hardware weniger zentral erscheinen. Unternehmen brauchten weiterhin Videokonferenzen und gemeinsame Arbeitsbereiche, doch die Dynamik verlagerte sich hin zu Softwareflexibilität, Kamera-Upgrades, verteilten Workflows und leichterer Ausrüstung, die in vielen Räumen funktioniert statt nur in einem Vorzeigeraum. In diesem Kontext wirkte ein hochwertiges integriertes Display zunehmend wie eine Speziallösung auf der Suche nach einem engeren Markt.
Das heißt nicht, dass dem Produkt durchdachte Technik fehlte. Eine der praktischeren Eigenschaften des Surface Hub war sein modulares Design, das es Nutzern erlaubte, interne Komponenten wie Prozessor und Mainboard auszutauschen, ohne das gesamte Display zu ersetzen. Dieser Ansatz antizipierte einen der größten Einwände gegen die Produktreihe, nämlich dass teure Raumhardware zu schnell veraltet. Trotzdem reichte eine längere Nutzungsdauer nicht aus, um die Kategorie zum Mainstream-Erfolg zu machen.





