Ein pausiertes Programm hat nun ein Hardware-Problem
Der Lunar Gateway der NASA hatte bereits mit Verzögerungen, Kosten und einer sich wandelnden strategischen Begründung zu kämpfen. Am 24. April berichtete Ars Technica, dass die wichtigsten Habitabilitätskomponenten des Programms von Korrosion betroffen seien, was einem Projekt, das von der Agentur bereits pausiert worden war, ein großes technisches Problem hinzufügt.
Der Bericht konzentriert sich auf die beiden wichtigsten druckbeaufschlagten Module, die den Außenposten in Mondorbit tragen sollten: HALO, das von Northrop Grumman geleitete Habitation and Logistics Outpost, und I-HAB, das internationale Wohnmodul. Bei einer Anhörung vor dem US-Repräsentantenhaus-Ausschuss für Wissenschaft, Raumfahrt und Technologie bestätigte NASA-Administrator Jared Isaacman öffentlich Gerüchte, wonach in beiden Modulen Korrosion gefunden worden sei.
Das ist bedeutsam, weil Gateway mehr sein sollte als nur eine symbolische Station in der Nähe des Mondes. Jahrelang beschrieb die NASA es als Plattform für Mondoperationen, internationale Zusammenarbeit und Langzeit-Tests für das Wohnen im tiefen Weltraum. Selbst vor dieser Enthüllung lagen diese Ambitionen bereits weit hinter dem Zeitplan zurück.
Ein Jahrzehnt der Terminverschiebungen
Die erste Komponente von Gateway sollte einst 2022 starten. Später wurde der Plan so angepasst, dass das Power-and-Propulsion-Element gemeinsam mit HALO im Jahr 2024 starten sollte. Ein zweites druckbeaufschlagtes Modul, I-HAB, sollte 2026 folgen. Wie der Artikel feststellt, sind all diese Termine mittlerweile verstrichen.
Im März kündigte Isaacman an, dass Gateway „pausiert“ werde, damit sich die NASA stärker direkt auf die Mondoberfläche konzentrieren könne. Dieser Kurswechsel spiegelte ein breiteres Argument gegen die Station wider: Kritiker sagten, NASA und ihre Partner gäben Milliarden für eine Architektur aus, die Reisen zur Mondoberfläche eher verkompliziere als vereinfache.
Das Korrosionsproblem ersetzt diese strategischen Bedenken nicht, sondern verstärkt sie. Ein Programm, das bereits wegen Relevanz und Timing unter Druck stand, muss nun auch schwierigere Fragen zum Zustand der Hardware und zu Nacharbeiten beantworten.





