Ein beliebtes Windows-Tool steht im Zentrum einer neuen Supply-Chain-Warnung

Kaspersky sagt, in Daemon Tools, der seit Jahren verfügbaren Windows-Anwendung zur Erstellung von Datenträger-Images, eine bösartige Hintertür identifiziert zu haben, die das Cybersecurity-Unternehmen als weitverbreiteten und noch aktiven Angriff beschreibt. Auf Grundlage von Daten, die von Computern mit Kaspersky-Antivirus gesammelt wurden, erklärte das Unternehmen, die Kampagne habe Tausende von Infektionsversuchen ausgelöst und auf mindestens einem Dutzend kompromittierter Systeme weitere Malware nachgeladen.

Der Fall passt zu einem Muster, das Sicherheitsteams zunehmend beunruhigt: Angreifer kompromittieren vertrauenswürdige Software-Vertriebskanäle, um eine große Zahl nachgelagerter Nutzer auf einmal zu erreichen. Statt jedes Ziel einzeln zu kompromittieren, kann eine Supply-Chain-Operation eine gewöhnliche Softwareinstallation oder ein Update in den ersten Zugriffspunkt verwandeln.

Was Kaspersky nach eigenen Angaben gefunden hat

Laut Kaspersky wurde die Hintertür erstmals am 8. April entdeckt. Das Unternehmen ordnete die Operation aufgrund seiner Malware-Analyse einer chinesischsprachigen Gruppe zu. Der bösartige Code in Daemon Tools wurde demnach anschließend genutzt, um auf ausgewählten Opferrechnern zusätzliche Malware zu installieren.

Kaspersky beschrieb die breitere Aktivität als weitreichend, sagte aber auch, dass die Folgekompromittierungen gezielt erscheinen. Zu den betroffenen Organisationen in diesem engeren Kreis gehören Unternehmen aus dem Einzelhandel, der Wissenschaft und der Fertigung sowie staatliche Systeme. Nach Angaben des Unternehmens befinden sich diese gezielten Organisationen in Russland, Belarus und Thailand.

Dieser Unterschied ist wichtig. Eine Supply-Chain-Kompromittierung kann sehr weit streuen, aber Betreiber verfolgen nicht immer jeden infizierten Rechner gleich intensiv. In diesem Fall deutet Kasperskys Beschreibung darauf hin, dass die breite Exposition über ein populäres Tool genutzt worden sein könnte, um eine kleinere Gruppe höherwertiger Ziele zu identifizieren oder zu erreichen.