Das größte Deal in Googles Geschichte
Googles Akquisition von Wiz für 32 Milliarden Dollar ist die größte in der Unternehmensgeschichte und übertrifft sogar den Kauf von Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar im Jahr 2012. Das Deal, das Anfang 2026 nach behördlicher Prüfung abgeschlossen wurde, hat die Wettbewerbslandschaft der enterprise cybersecurity neu gestaltet. Um es von innen heraus zu verstehen, sprach TechCrunch mit Shardul Shah von Index Ventures, einem der frühen Investoren von Wiz, der das Unternehmen von der Gründung bis zu einer Bewertungstrajektorie begleitete, die jeden Maßstab übertraf.
Was Wiz tatsächlich aufgebaut hat
Wiz wurde 2020 von Assaf Rappaport und drei Co-Gründern gegründet, alle Veteranen von Microsofts security division. Das Kernprodukt des Unternehmens ist eine cloud security-Plattform, die Unternehmen umfassende Sichtbarkeit ihrer Cloud-Infrastruktur bietet — identifiziert misconfigurations, vulnerabilities und Risiken in multi-cloud-Umgebungen ohne dass agents auf einzelnen Maschinen installiert werden müssen. Dieser agentless-Ansatz war eine erhebliche technische Differenzierung: Er ermöglichte es Wiz, schneller einzusetzen und mehr der Kundenumgebung zu sehen als Konkurrenten, die Softwareinstallation auf jedem Asset benötigten.
Das Wachstum des Unternehmens war atemberaubend. Wiz erreichte 100 Millionen Dollar annual recurring revenue in 18 Monaten — schneller als jedes enterprise software-Unternehmen in der Geschichte bis zu diesem Punkt. Zum Zeitpunkt der Google-Akquisition näherte es sich einer Milliarde Dollar recurring revenue, einer echten Marktführerposition.
Warum Google den Premium bezahlte
Der Preiszettel von 32 Milliarden Dollar — ungefähr 30-mal ARR — sorgte sogar nach Maßstäben von High-Growth-enterprise software für Aufsehen. Shah argumentiert, dass das Vielfache nicht durch Wizs aktuelle Einnahmen gerechtfertigt ist, sondern durch seine strategische Position in einem Markt, der schnell wächst und zunehmend zentral für enterprise technology-Ausgaben wird.
Die Migration von enterprise-Workloads zu Cloud-Infrastruktur hat eine massive, schlecht verstandene Angriffsfläche geschaffen. Da Unternehmen mehr kritische Systeme auf AWS, Azure und Google Cloud betreiben, sind die Risiken von misconfiguration und service-übergreifenden vulnerabilities gewachsen. Für Google löst die Akquisition von Wiz mehrere Probleme gleichzeitig. Sie gibt Google Cloud ein prominentes security-Angebot, um mit Microsofts tief integriertem security stack und Amazons GuardDuty-Ökosystem zu konkurrieren. Es bringt ein weltklasse security engineering-Team ein. Und es gibt Google einen herstellerneutralen Einstiegspunkt in enterprise security-Beziehungen, der letztendlich Kunden zu Google Cloud ziehen könnte, selbst wenn sie als multi-cloud Wiz-Kunden begonnen haben.
Die behördliche Reise
Das Deal war nicht ohne Reibung. Antitrust-Behörden in den USA und Europa prüften die Akquisition sorgfältig und waren besorgt, dass Googles Eigentum an einer herstellerneutralen security-Plattform ihm bevorzugten Einblick in die Cloud-Umgebungen von Konkurrenten geben könnte. Die endgültige Genehmigung erforderte mehrere Verhaltensauflagen von Google, einschließlich der Aufrechterhaltung der multi-cloud-Unterstützung von Wiz und der Wahrung der Datentrennung zwischen Wizs security-Daten und Googles eigenen Cloud-Operationen.
Shah stellt fest, dass die behördliche Kontrolle letztendlich eher die strategische Logik des Deals validierte als untergrub. Wenn Behörden besorgt über Googles Wettbewerbsvorteil waren, lag dies daran, dass sie verstanden, dass Wizs security intelligence wirklich wertvoll war — nicht nur als Einnahmequelle, sondern als Quelle für Markterkenntnisse über enterprise cloud-Bereitstellungsmuster.
Was es für Cybersecurity M&A signalisiert
Das Wiz Deal wird wahrscheinlich die Konsolidierung über den cybersecurity-Markt beschleunigen. Mit Google, das ein 30x ARR-Vielfaches zahlt, bewerten Investoren und Käufer nun die Bewertungen anderer high-growth security-Unternehmen neu. Microsoft, Amazon und Akteure wie Palo Alto Networks und CrowdStrike evaluieren alle ihre Positionierung in einem Markt, der nun einen klaren Preisbenchmark für transformative Assets hat.
Für Gründer im cybersecurity-Raum sendet das Deal eine eindeutige Botschaft: echte technische Differenzierung, schnelle enterprise adoption und herstellerneutrale Positionierung können außerordentliche Bewertungen erzielen, selbst in einem vorsichtigeren Markt. Das Zeitalter des strategischen security infrastructure-Wettbewerbs hat gerade begonnen.
Dieser Artikel basiert auf Berichterstattung von TechCrunch. Lesen Sie den Originalartikel.
Originally published on techcrunch.com





