Ein wichtiger Meilenstein der Wiederverwendung kam mit einem Sternchen

Blue Origin erreichte am 19. April einen wichtigen Meilenstein, als das Unternehmen erstmals einen New-Glenn-Booster der Erststufe erneut flog und erfolgreich zurückgewann. Die Schwerlastrakete des Unternehmens hob um 7:25 Uhr Eastern Time von der Cape Canaveral Space Force Station in Florida ab, und der Booster führte weniger als 10 Minuten später eine Landung stromabwärts auf der Bergungsplattform von Blue Origin im Atlantik durch.

Diese Bergung war bedeutsam. New Glenn ist Blue Origins Flaggschiff unter den Orbitalraketen und ein zentraler Bestandteil des Vorhabens, auf dem kommerziellen Startmarkt direkter zu konkurrieren und zugleich hochkarätige Regierungsaufträge zu unterstützen, darunter Rollen im Zusammenhang mit dem Artemis-Programm der NASA. Einen Booster in diesem Maßstab wiederzuverwenden ist ein technisch schwierigeres Problem als die Bergung des kleineren New-Shepard-Fahrzeugs, das Blue Origin bereits mehrfach geflogen hat.

Der Erfolg erstreckte sich jedoch nicht auf die gesamte Mission. Laut dem Bericht von Ars Technica schaffte die Oberstufe von New Glenn ihre Aufgabe nicht, wodurch aus einem möglichen unzweideutigen Durchbruch ein gemischtes Ergebnis wurde. Der Flug zeigte, dass Blue Origin einen großen orbitalen Booster für eine weitere Runde zurückholen kann, machte aber auch deutlich, dass die Zuverlässigkeit der Gesamtmission noch in Arbeit ist.

Warum die Booster-Landung wichtig ist

New Glenn ist 321 Fuß hoch und startet in der Erststufe mit sieben mit Methan betriebenen BE-4-Triebwerken. Bei diesem dritten Flug trennte sich der Booster etwa drei Minuten nach Missionsbeginn und folgte einer kontrollierten Flugbahn zurück zur Landefläche von Blue Origin. Nach zwei Bremszündungen setzte er zielgenau auf.

Der geborgene Booster mit dem Namen Never Tell Me The Odds war bereits zuvor bei einer früheren New-Glenn-Mission im November einmal geflogen. Diese zweite Nutzung markierte Blue Origins ersten erfolgreichen erneuten Flug eines Boosters der Orbitalklasse, eine Fähigkeit, die inzwischen weithin als entscheidend gilt, um Startkosten zu senken und die Startfrequenz zu erhöhen.

Blue-Origin-CEO Dave Limp sagte, Techniker hätten für diese Mission neue Triebwerke in den wiederverwendeten Booster eingebaut, während das Unternehmen langfristig auch Triebwerke aus früheren Flügen erneut verwenden will. Dieses Detail ist wichtig, weil echte betriebliche Wiederverwendbarkeit nicht nur das Bergen von Hardware betrifft, sondern auch darum, wie viel Überholung oder Austausch zwischen den Missionen nötig ist.

SpaceX hat in diesem Bereich einen hohen Maßstab gesetzt und Falcon-9-Booster wiederholt mit kurzen Umlaufzeiten und hoher Flugrate erneut geflogen. Blue Origin steht noch am Anfang dieser Entwicklung. Trotzdem ist es eine bemerkenswerte Systemvalidierung, zu zeigen, dass ein New-Glenn-Booster eine Mission überstehen, zu einem Schiff zurückkehren und erneut fliegen kann.