Photoshop bekommt eine neue Art generativer Manipulation
Adobes neuester Photoshop-Trick ist nicht einfach nur eine weitere Hintergrundfüllung oder ein Ein-Klick-Kompositionswerkzeug. Die neue Funktion Rotate Object, die laut ZDNETs Praxistest in Photoshop Version 27.6 verfügbar ist, erlaubt es Nutzern, ein 2D-Objekt im dreidimensionalen Raum zu drehen, und lässt dann KI die Bildbereiche generieren, die die Kamera nie erfasst hat. Vor nicht allzu langer Zeit hätte sich so etwas in der Mainstream-Bildbearbeitung kaum glaubhaft angehört. Jetzt steckt es in einem vertrauten Menü.
Bemerkenswert ist an der Funktion nicht nur der Neuheitswert des Effekts, sondern auch die Art, wie sie die Rolle von Photoshop erweitert. Die Software beschränkt sich nicht mehr darauf, aufgenommene Ansichten anzupassen oder zu kombinieren. Sie ist zunehmend bereit, neue Ansichten zu erschließen. Rotate Object verschiebt Photoshop von der Pixelbearbeitung hin zur Synthese plausibler visueller Geometrie.
Mehr als nur ein einfacher Rotationsbefehl
Klassische Rotationswerkzeuge in Bildeditoren arbeiten zweidimensional. Sie erlauben es, ein Objekt auf der Seite zu drehen, zu kippen oder neu zu positionieren, erzeugen aber keine wirklich neue Perspektive. ZDNETs Beschreibung von Rotate Object macht den Unterschied deutlich. Das Werkzeug erlaubt Rotationen um die X- und Y-Achse, Perspektivanpassungen und Drehungen um einen Mittelpunkt, während die KI fehlende visuelle Informationen erzeugt, um die neue Ansicht zu stützen.
Das ist eine erhebliche Änderung dessen, was der Nutzer von der Software verlangt. Statt nur das Sichtbare zu transformieren, muss das Werkzeug sich vorstellen, was verborgen war. Die Seite eines Laptop-Deckels, die hintere Kante eines Objekts oder der verschobene Winkel einer Oberfläche hat im ursprünglichen Foto möglicherweise nie existiert. Das Modell füllt diese Lücken und bereinigt das Bild anschließend ausgehend von einer niedrig aufgelösten Vorschau.
Das Ergebnis ist laut Praxistest überzeugend genug, um sich wie ein großer kreativer Abkürzungsweg anzufühlen. Es ist aber auch unvollkommen, und genau das sagt viel darüber aus, wo diese Werkzeuge heute stehen.







