Ein ambitioniertes Raketenabwehrkonzept geht in die Phase industrieller Prototypen über

Die US Space Force hat die Unternehmen benannt, die einen der umstrittensten und technisch ambitioniertesten Teile von Präsident Donald Trumps Golden-Dome-Raketenabwehrplan unterstützen sollen: weltraumgestützte Abfangsysteme. In einer am 24. April veröffentlichten Mitteilung erklärte der Dienst, in den vergangenen Monaten 20 Verträge mit einem potenziellen Gesamtwert von 3,2 Milliarden US-Dollar an 12 Firmen vergeben zu haben.

Das Vorhaben zielt darauf ab, eine weit verbreitete Konstellation von Abfangsystemen in der niedrigen Erdumlaufbahn aufzubauen, die Raketen während der Start-, Mittel- und Gleitphase bekämpfen können. Praktisch beschreibt der Dienst damit eine Orbitalschicht, die Bedrohungen früher im Flug angreifen soll, einschließlich manövrierfähiger hypersonischer Gleitfahrzeuge.

Wer beteiligt ist

Die von der Space Force benannten Unternehmen reichen von etablierten Rüstungskonzernen bis zu neuen Marktteilnehmern. Auf der Liste stehen Anduril Industries, Booz Allen Hamilton, General Dynamics Mission Systems, GITAI USA, Lockheed Martin, Northrop Grumman, Quindar, Raytheon, Sci-Tec, SpaceX, True Anomaly und Turion Space.

Der Dienst nannte weder den Vertragswert einzelner Firmen noch ihre konkrete Rolle. Er sagte außerdem, aus Gründen der operativen Sicherheit keine weiteren Informationen zu veröffentlichen. Selbst mit diesen Einschränkungen ist die öffentliche Benennung des Auftragnehmerfeldes bedeutsam, weil sie zeigt, wie breit die Industrie rund um das Programm mobilisiert wird.

Laut Space Force wurden die Vergaben als Other Transaction Agreements erteilt. Oberst Bryon McClain sagte, diese Struktur habe dazu beigetragen, sowohl traditionelle als auch nichttraditionelle Anbieter anzuziehen und zugleich den laufenden Wettbewerb zu erhalten.