Eine größere Saildrone-Plattform rückt in ein umkämpfteres Einsatzfeld vor
Saildrone ist vor allem für kleinere unbemannte Überwasserfahrzeuge bekannt, die für Überwachung und maritime Lageerfassung eingesetzt werden. Das neue Spectre-Design markiert jedoch einen klaren Schritt in eine deutlich schwerere militärische Rolle. Den im Zusammenhang mit dem Wettbewerb der Navy veröffentlichten Angaben zufolge handelt es sich bei Spectre um ein 170 Fuß langes Drohnenschiff, das gemeinsam von Saildrone, Lockheed Martin und Fincantieri entwickelt wurde.
Diese Partnerschaft ist wichtig. Saildrone bringt Erfahrung mit langstreckentauglichen autonomen Fahrzeugen ein, während Lockheed Martin und Fincantieri die Systemintegration und die industrielle Schiffsbaukompetenz liefern, die für eine Plattform für anspruchsvollere Flotteneinsätze nötig sind. Das Ergebnis ist ein Konzept, das über dauerhafte Aufklärung hinausgeht und in bewaffnete und spezialisierte Kampfanwendungen vordringt.
Das Schiff soll Geschwindigkeiten von nahezu 35 Meilen pro Stunde erreichen und für die U-Boot-Abwehr optimiert sein. Allein das hebt es in eine andere Kategorie als die kleinen, solarbetriebenen und auf Überwachung ausgerichteten Fahrzeuge, die Saildrone bei der US Navy und anderen Betreibern bekannt gemacht haben.
Raketen und Sonar deuten auf eine modulare Kampfrolle hin
Das bemerkenswerteste Merkmal von Spectre ist seine flexible Nutzlast. Saildrone sagt, das Design könne optionale Nutzlasten tragen, darunter zwei Lockheed Mk 70 Vertical-Launching-System-Container. Diese Starter sollen eine Reihe von Waffen abfeuern können, darunter Tomahawk-Marschflugkörper und SM-6-Raketen für Luftverteidigung und Überwasserangriffe.
Das ist für ein unbemanntes Überwasserschiff, das von einem Unternehmen stammt, das eher für maritime Überwachung bekannt ist, eine erhebliche Eskalation der Ambitionen. Es legt nahe, dass das Programm der Navy für mittelgroße unbemannte Schiffe nicht nur als Aufklärungs- oder Logistikkonzept betrachtet wird, sondern als möglicher Beitrag zu Schlag-, Luftverteidigungs- und Unterwasserkriegsführungsmissionen.
Das Unternehmen sagt außerdem, Spectre könne andere Nutzlasten aufnehmen, darunter doppellinig gezogene Sonararrays wie das TB-29 sowie Lockheeds Joint Air-to-Ground Missile Quad Launcher. Die Gesamtkapazität wird mit zwei 40-Fuß-Containern, fünf 20-Fuß-Containern oder einer Mischung aus beiden beschrieben, was die Idee unterstreicht, dass derselbe Rumpf für unterschiedliche Einsatzanforderungen umkonfiguriert werden kann.
Diese Modularität ist zentral für das Konzept. Statt ein Einzweck-Autonomieschiff auf den Markt zu bringen, präsentieren Saildrone und seine Partner eine Plattform, die je nach Auftrag für Sensorik, Raketenmitnahme oder eine Kombination aus beidem angepasst werden kann.
Die Navy hat bereits Erfahrungen mit kleineren Saildrone-Fahrzeugen
Das neue Konzept entsteht nicht im luftleeren Raum. Die Zusammenarbeit der Navy mit kleineren Saildrone-Fahrzeugen reicht bis ins Jahr 2021 zurück. Im Nahen Osten wurde Saildrones 33 Fuß langes Voyager in Task-Group-59-Experimenten eingesetzt, die sich auf unbemannte Systeme und Teaming konzentrierten. Im Bereich der US 4th Fleet waren Saildrone-Fahrzeuge auch an Operation Windward Stack beteiligt, einer Initiative zur Integration unbemannter Systeme in Einsätze zur Bekämpfung von Drogenhandel und illegaler Fischerei.
Diese früheren Einsätze halfen dabei, Saildrones lang andauerndes Betriebsmodell in realen maritimen Umgebungen zu validieren. Spectre zeigt nun jedoch, dass die operative Glaubwürdigkeit aus Überwachungsmissionen in ein Angebot für traditionellere Marinekampffunktionen überführt wird.
Dieser Wandel folgt einem breiteren Verteidigungstrend. Unbemannte Plattformen werden nicht mehr nur als Mittel für Präsenz und Datenerfassung diskutiert. Zunehmend geht es darum, ob sie wertvolle Sensoren tragen, Raketenmagazine erweitern und riskantere Rollen übernehmen können, ohne dass Besatzung an Bord ist.
Was Spectre über die Debatte um die unbemannte Flotte signalisiert
Der Spectre-Vorschlag wirft zwei ungelöste Fragen für die Navy auf. Die erste ist, ob mittelgroße unbemannte Schiffe vor allem als Ergänzung bemannter Kriegsschiffe dienen oder sich zu verteilten Kampfknoten in eigener Rechte entwickeln sollen. Ein Schiff, das Sonararrays schleppen und möglicherweise Tomahawk- oder SM-6-Raketen tragen kann, spricht klar für die zweite Vision.
Die zweite ist industrieller Natur. Die Partnerschaft zeigt, dass neuere Autonomie-Firmen für größere Navy-Programme möglicherweise weiterhin etablierte Rüstungskonzerne und Schiffbauer brauchen, um glaubwürdig konkurrieren zu können. Spectre ist nicht nur eine Saildrone-Geschichte; es ist auch ein Fallbeispiel dafür, wie neuere Verteidigungstechnologie-Firmen mit etablierten Anbietern zusammenarbeiten, um Programme zu verfolgen, die sowohl softwaregestützte Autonomie als auch klassische Marineintegration erfordern.
Ob die Navy dieses konkrete Design letztlich übernimmt oder nicht, Spectre zeigt die aktuelle Richtung. Der Dienst scheint an unbemannten Schiffen interessiert zu sein, die mehr tun als nur beobachten. Gesucht sind Fahrzeuge, die erfassen, Waffen tragen und die Unterwasserkriegsführung unterstützen können, eingebettet in eine breitere verteilte Streitkräftearchitektur.
- Saildrone, Lockheed Martin und Fincantieri haben das 170 Fuß lange Spectre für den Wettbewerb der Navy um mittelgroße unbemannte Schiffe vorgestellt.
- Das Schiff soll für die U-Boot-Abwehr optimiert sein und modulare Nutzlasten wie Sonar und Raketenstarter tragen können.
- Das Design baut auf Saildrones früherer Arbeit mit kleineren, auf Überwachung ausgerichteten unbemannten Überwasserfahrzeugen für die Navy auf.
Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von twz.com. Zum Originalartikel.
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