Globale Brustkrebs-Überlebensschätzungen 2017–2021

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue bevölkerungsbasierte Schätzungen des 5-Jahres-Nettoüberlebens für Frauen mit Brustkrebsdiagnose zwischen 2017 und 2021 in allen 194 Mitgliedsstaaten veröffentlicht. Diese in Nature Medicine veröffentlichten Benchmark-Daten bieten ein entscheidendes Instrument zur Überwachung der Fortschritte bei der Erreichung des Ziels der WHO Global Breast Cancer Initiative, die vorzeitige Brustkrebssterblichkeit bis 2040 zu senken.

Große regionale Unterschiede

Das mediane 5-Jahres-Nettoüberleben variiert dramatisch nach WHO-Region. In der afrikanischen Region liegt die Überlebensrate bei nur 39,1 % (95 %-Unsicherheitsintervall 34,1–44,7 %). Die Region des östlichen Mittelmeerraums meldet 61,0 % (51,4–69,8 %), während die Region Südostasien 66,3 % (57,7–73,7 %) erreicht. Im Gegensatz dazu erreicht die westpazifische Region 81,1 % (78,6–83,5 %), die europäische Region 84,0 % (82,8–85,1 %) und die Region Amerika liegt mit 88,5 % (86,7–90,1 %) an der Spitze.

Anhaltende Ungleichheiten

Diese eklatanten Unterschiede spiegeln tiefgreifende globale Ungleichheiten beim Zugang zu Früherkennung, Diagnose und Behandlung wider. Brustkrebs bleibt in fast 90 % der Länder weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Im Jahr 2022 gab es schätzungsweise 2 Millionen Neudiagnosen und 666.000 darauf zurückzuführende Todesfälle. Ohne Intervention wird die Belastung bis 2040 voraussichtlich auf 1,04 Millionen Todesfälle ansteigen, wobei die größte relative Auswirkung auf ressourcenarme Umgebungen entfällt.

Auswirkungen auf Gesundheitssysteme

Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit nachhaltiger Initiativen zur Schließung von Lücken in der Krebsversorgung. Die Stärkung der Gesundheitssysteme, um einen universellen Zugang zu qualitativ hochwertiger Diagnose und Behandlung zu gewährleisten, ist für die Erreichung der Ziele der Global Breast Cancer Initiative und der Ziele für nachhaltige Entwicklung unerlässlich. Die WHO-Schätzungen dienen als Ausgangsbasis zur Verfolgung von Fortschritten und zur Steuerung politischer Maßnahmen.

Weiteres Vorgehen

Forscher betonen, dass vorzeitige Todesfälle durch Brustkrebs durch Früherkennung und verbesserten Zugang zu hochwertiger Versorgung reduziert werden können. Die neuen Überlebensschätzungen bieten eine Roadmap für Länder, um Schwachstellen zu identifizieren und Ressourcen effektiv zuzuweisen. Während die globale Gesundheitsgemeinschaft auf das Ziel der Senkung der Sterblichkeit bis 2040 hinarbeitet, werden diese Daten für die Messung der Auswirkungen und die Sicherstellung, dass keine Region zurückgelassen wird, von unschätzbarem Wert sein.

Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von Nature Medicine. Lesen Sie den Originalartikel.

Originally published on nature.com