Alphabet gibt Verily frei
Verily, das Life-Sciences- und Healthcare-Technologie-Unternehmen, das 2015 als Google Life Sciences gegründet wurde, hat 300 Millionen Dollar neue externe Finanzierung aufgebracht, die Alphabets Mehrheitskontrolle beseitigt. Die Finanzierungsrunde markiert eine grundlegende Verschiebung in Verilys Unternehmensstruktur – von einer kontrollierten Alphabet-Tochtergesellschaft zu einem unabhängig verwalteten Unternehmen mit einer vielfältigen Investorenbasis.
Der Schritt ist bemerkenswert für das, was er über Verilys Trajectory und Alphabets Prioritäten aussagt. Nach Jahren, in denen Verily als Kernstütze seines „Other Bets"-Portfolios positioniert wurde, lässt Alphabet – oder ermutigt vielleicht sogar – das Unternehmen, mit größerer Autonomie zu operieren und Kapital von außen zu suchen.
Was Verily tatsächlich tut
Verily nimmt einen ungewöhnlichen Platz im Healthcare ein. Es ist kein traditionelles Pharmaunternehmen, kein Medizintechnik-Hersteller und auch kein typisches Digital-Health-Startup. Stattdessen kombiniert es Data Science, Sensortechnologie, klinische Forschungsoperationen und Healthcare-Analytik, um einige der schwierigsten Probleme der Medizin anzugehen.
Sein Portfolio umfasst Project Baseline, eine Langzeitstudie zur Gesundheit, an der Hunderttausende von Teilnehmern teilgenommen haben; Onduo, eine Virtual-Care-Plattform für die Behandlung von Diabetes und Hypertonie; und eine Reihe von Forschungspartnerschaften mit Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen, die Verilys Daten- und klinische Operationsfähigkeiten nutzen.
Die Bedeutung der Finanzierungsrunde
Die 300-Millionen-Dollar-Finanzierung ist an sich bedeutsam, aber die strukturelle Veränderung, die sie ermöglicht, ist wichtiger. Mit Alphabets verwässertem Mehrheitsanteil operiert Verily nun mit einer Governance-Struktur, die einer unabhängigen Gesellschaft ähnlicher ist als einer Konzern-Tochtergesellschaft. Dies hat praktische Auswirkungen auf alles, von der Einstellung von Führungskräften über Partnerschaftsgespräche bis hin zu möglichen zukünftigen strategischen Optionen wie IPO oder Akquisition.
Für Verilys Management-Team und Mitarbeiter fühlt sich die Veränderung wahrscheinlich bestätigend an. Tochtergesellschaften großer Technologieunternehmen haben oft Schwierigkeiten, Talente anzuziehen, die die Eigenkapitalupside und operative Unabhängigkeit von eigenständigen Unternehmen bevorzugen. Ein unabhängigeres Verily mit echten außenstehenden Investoren ist ein anderes Arbeitsangebot als eine Division von Alphabet.
Die Perspektive der Investoren
Die Investoren, die 300 Millionen Dollar an neuem Kapital bereitstellen, setzen darauf, dass Verilys Kombination aus Healthcare-Daten, klinischen Forschungsfähigkeiten und AI-gestützter Analytik in einem Sektor Renditen erzielen kann, der für Technologieunternehmen historisch schwierig zu monetarisieren ist. Eine Runde, die Alphabets Kontrolle beendet, deutet darauf hin, dass neue Investoren zuversichtlich sind, dass Verily in der Lage ist, kommerziell auf eigenen Beinen zu stehen.
Das komplizierte Healthcare-Verhältnis von Big Tech
Verilys Weg zur Unabhängigkeit ist Teil eines breiteren Musters von großen Technologieunternehmen, die ihre Healthcare-Ambitionen überdenken. Amazon hat seine Gesundheitsdivision mehrmals umstrukturiert. Microsofts Health-AI-Arbeit wurde in bestehende Produkte integriert, anstatt als eigenständiges Unternehmen erhalten zu bleiben. Apples Health-Initiativen sind tief in iPhone und Watch integriert, anstatt als unabhängige Unternehmen zu operieren.
Die Lektion aus all diesen Entwicklungen scheint zu sein, dass Healthcare nicht gut als Nebenprojekt für Unternehmen funktioniert, die sich primär auf andere Sektoren konzentrieren. Verilys Schritt zur Unabhängigkeit bestätigt dies – und setzt darauf, dass eine fokussiertere, eigenverantwortlich rechenschaftspflichtige Organisation besser positioniert ist, um im Healthcare erfolgreich zu sein, als eine gut finanzierte Tochtergesellschaft eines Such- und Werbeunternehmens.
Dieser Artikel basiert auf der Berichterstattung von endpoints.news. Lesen Sie den ursprünglichen Artikel.

