Rutgers-Studie rückt Social-Media-Marketing berauschender Hanfprodukte in den Fokus

Forscher von Rutgers Health sagen, dass führende Marken, die berauschende, aus Hanf gewonnene Cannabinoid-Produkte verkaufen, soziale Medien auf eine Weise nutzen, die Lifestyle, Freizeit und jugendcodierte Bildsprache betont, während vergleichsweise wenig Sicherheitsinformation bereitgestellt wird. Die Ergebnisse befeuern eine wachsende Debatte darüber, wie diese Produkte in den Vereinigten Staaten vermarktet werden und ob die aktuelle Aufsicht mit einer schnell wachsenden Kategorie Schritt hält.

Die in der Zeitschrift Addiction veröffentlichte Studie untersuchte Instagram-Posts großer Marken, die Produkte vermarkten, die Delta-8 THC, HHC und THC-P enthalten können. Diese Produkte werden in Formen wie Esswaren, Getränken, Vapes, Konzentraten und Extrakten verkauft, und ihre Nutzung hat seit der Verabschiedung des US-Farm Bill von 2018 zugenommen, so das Ausgangsmaterial.

Die Forscher argumentieren, dass soziale Medien zu einem wichtigen Kanal dieser Expansion geworden sind. Da die Aufsicht über Plattformen begrenzt bleibt und Regeln oft uneinheitlich durchgesetzt werden, können Markenaccounts berauschende Substanzen so darstellen, dass sie die Wahrnehmung der Verbraucher beeinflussen, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen.

Was die Forscher analysiert haben

Das Rutgers-Team analysierte 837 Instagram-Posts von Accounts, die zwischen Februar 2024 und Februar 2025 neun führende Marken repräsentierten. Ziel war es, wiederkehrende Marketingthemen zu identifizieren und zu bewerten, wie oft diese Posts Produktbeschreibungen, Freizeitbezug, jugendorientierte Bildsprache, Gesundheitsbehauptungen und Sicherheitswarnungen enthielten.

Laut der im Ausgangstext beschriebenen Studienzusammenfassung erschienen Produktbeschreibungen und Bilder in 75 Prozent der Beiträge. Freizeitbilder tauchten in 52 Prozent auf und stellten die Produkte als Teil des Alltags, von Freizeitaktivitäten oder sozialen Situationen dar. Fast die Hälfte der Beiträge enthielt jugendorientierte Bildsprache wie Memes, Cartoons oder Popkultur-Referenzen.

Dieses Muster ist wichtig, weil es nahelegt, dass diese Produkte nicht nur als Nischenartikel für Erwachsene präsentiert werden. Stattdessen werden sie im Marketing oft in einen breiteren Lifestyle-Rahmen gestellt, wodurch sie beiläufig, vertraut und sozial integriert wirken.

Der Lifestyle-Fokus überwog die Sicherheitsbotschaft

Einer der klarsten Befunde der Studie ist das Ungleichgewicht zwischen Werbeinhalten und Verbraucherschutzbotschaften. Die Forscher fanden eine starke Betonung von Branding, Produktvisuals und Freizeitattraktivität, bei gleichzeitig minimaler Aufmerksamkeit für Sicherheitswarnungen.

Das beweist nicht automatisch, dass sich das Marketing an Minderjährige richtet, zeigt aber, dass die Informationsumgebung rund um diese Produkte eher auf Anziehung als auf Vorsicht ausgerichtet ist. Für die Public-Health-Forschung ist das relevant, weil Produktrisiken nicht nur über Etiketten oder formale Regulierung vermittelt werden. Sie werden auch durch Tonfall, Bildsprache und Kontext der Werbung geprägt.

Die Studienzusammenfassung weist darauf hin, dass jugendorientierte Themen so häufig waren, dass sie als systematisches Merkmal und nicht als gelegentliche kreative Ausnahme auffielen. Memes, Cartoons und ähnliche Bezüge können die wahrgenommene Ernsthaftigkeit berauschender Produkte senken und sie leichter in die Jugendkultur einpassen, selbst wenn Unternehmen nicht ausdrücklich sagen, dass junge Menschen die Zielgruppe seien.

Unterschiedliche Produktkategorien, ähnliche Sorgen

Der Marketingansatz variierte je nach Produkttyp, doch das übergeordnete Muster blieb bestehen. Cannabisgetränke wurden als die am stärksten beworbene Kategorie in der Stichprobe beschrieben. Von diesen Beiträgen zeigten 97 Prozent Produktbilder, 84 Prozent betonten Freizeitthemen, 57 Prozent verwendeten jugendorientierte Appelle und 40 Prozent konzentrierten sich auf die Markenpositionierung.

Diese Zahlen deuten darauf hin, dass Getränke besonders wirksame Mittel der Normalisierung sein können, weil sie in einem Format präsentiert werden können, das alltäglichen Konsumgütern ähnelt. Ein Getränk kann im Social-Media-Feed vertraut wirken und dabei verdecken, dass es ein berauschendes Cannabinoid enthält.

Der Ausgangstext deutet außerdem darauf hin, dass jugendbezogene Themen auch in Beiträgen zu anderen Produkttypen deutlich vorkamen. Diese Konsistenz stärkt die übergeordnete Schlussfolgerung der Studie, dass aktuelle digitale Marketingpraktiken eine genauere Prüfung durch Regulierer, Plattformen und öffentliche Gesundheitsbehörden verdienen.

Warum hanfbasierte Rauschmittel in einer regulatorischen Grauzone stehen

Der politische Hintergrund ist zentral, um die Forschung zu verstehen. Seit dem Farm Bill von 2018 haben sich hanfbasierte Produkte in den USA stark verbreitet, einschließlich Formulierungen, die berauschende Wirkungen hervorrufen können. Diese Expansion ist oft schneller erfolgt als klare Regeln für Marketing, Kennzeichnung und Plattformmoderation.

Traditionelle Werbebeschränkungen für Cannabis lassen sich nicht immer nahtlos auf hanfbasierte Produkte übertragen, insbesondere wenn Unternehmen länderübergreifend tätig sind und auf digitale Plattformen mit ihren eigenen fragmentierten Durchsetzungssystemen setzen. Das Ergebnis ist ein Markt, in dem berauschende Substanzen mit einem Lifestyle-Branding beworben werden können, das eher an Mainstream-Konsummarketing als an die Kommunikation über kontrollierte Substanzen erinnert.

Das ist einer der Gründe, weshalb die Rutgers-Forscher ihre Arbeit nicht nur als akademische Übung sehen, sondern als Beitrag zu Verbraucherschutz, Jugendprävention und Public-Health-Politik. Die Sorge ist nicht nur, dass die Produkte verfügbar sind. Sie ist auch, dass das Kommunikationsumfeld um sie herum irreführend, nachsichtig oder unzureichend transparent hinsichtlich möglicher Schäden sein könnte.

Rufe nach strengeren Standards

Julia Chen-Sankey, Assistenzprofessorin an der Rutgers School of Public Health, sagte, dass stärkere Standards nötig seien, um Inhalte zu begrenzen, die irreführend sein oder sich an Jugendliche richten könnten. Sie sagte auch, dass politische Entscheidungsträger überdenken sollten, ob kommerzielle Marken, die berauschende Substanzen vermarkten, überhaupt Social-Media-Konten führen dürfen sollten.

Das ist ein weitreichender Vorschlag, spiegelt aber wider, wie ernst einige Public-Health-Experten das Thema sehen. Für Kritiker der aktuellen Marketingpraxis reichen Offenlegungspflichten und freiwillige Plattformrichtlinien möglicherweise nicht aus, wenn das Geschäftsmodell darauf beruht, hoch teilbare und kulturell anschlussfähige Inhalte zu nutzen, um berauschende Produkte alltäglich wirken zu lassen.

Die Studie versucht laut dem bereitgestellten Ausgangstext nicht, die direkte Verhaltenswirkung einzelner Posts auf Jugendliche zu messen. Sie dokumentiert jedoch die Verbreitung von Themen, die aus Sicht der Forscher Eingriffe rechtfertigen.

Was die Ergebnisse jetzt bedeuten

Die neue Forschung erscheint zu einer Zeit, in der hanfbasierte Rauschmittel sich weiter über den US-Einzelhandel und Online-Märkte ausbreiten. Für Regulierer liefern die Ergebnisse ein konkreteres Bild davon, wie große Marken diese Produkte in einer der einflussreichsten Werbeumgebungen des Landes darstellen. Für Eltern, Lehrkräfte und öffentliche Gesundheitsbehörden sind sie eine Warnung, dass Online-Werbung berauschende Substanzen durch Humor, Lifestyle-Bilder und jugendcodierte Gestaltung normalisieren könnte.

Die Kernbotschaft der Studie ist einfach: Die aktuelle Marketinglandschaft scheint weit stärker darauf ausgerichtet zu sein, Attraktivität zu verkaufen, als Risiken zu kommunizieren. Ob Gesetzgeber und Social-Media-Plattformen mit strengeren Regeln reagieren werden, bleibt abzuwarten, doch die von Rutgers zusammengefassten Belege dürften den Druck auf eine stärkere politische Antwort erhöhen.

Mit zunehmender Sichtbarkeit hanfbasierter Cannabinoid-Produkte dürfte der Streit darüber, wer dieses Marketing sieht, wie es gerahmt wird und welche Schutzmaßnahmen gelten, noch bedeutsamer werden.

Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von Medical Xpress. Zum Originalartikel.

Originally published on medicalxpress.com