Eine mögliche Alternative zu einem lang verwendeten Präventionsmedikament

Eine neue Studie des Karolinska Institutet legt nahe, dass niedrig dosiertes Endoxifen die mammographische Brustdichte in einem ähnlichen Ausmaß wie Standard-Tamoxifen senken könnte und dabei einige der Nebenwirkungen vermeidet, die die Therapietreue beeinträchtigen. Die im Journal of the National Cancer Institute veröffentlichte Arbeit weist auf eine mögliche neue Richtung in der präventiven Behandlung des Brustkrebsrisikos hin, auch wenn zentrale klinische Fragen noch offen sind.

Tamoxifen wird seit mehr als 40 Jahren eingesetzt und ist sowohl zur Senkung des Rückfallrisikos bei Menschen mit Brustkrebs als auch zur Vorbeugung bei Frauen mit erhöhtem Risiko etabliert. Seine größte Schwäche ist die Verträglichkeit. Viele Patientinnen erleben menopausenähnliche Beschwerden, darunter Hitzewallungen, und diese Belastung führt dazu, dass manche Frauen die Behandlung vorzeitig abbrechen.

Die neue Forschung konzentriert sich auf Endoxifen, das im Studienbericht als der aktivste Metabolit beschrieben wird, der entsteht, wenn Tamoxifen im Körper abgebaut wird. Die Forschenden wollten wissen, ob die direkte Gabe von Endoxifen in Tablettenform einen ähnlich starken biologischen Effekt mit vorhersehbarerer Reaktion und weniger störenden Symptomen erzeugen könnte.

Wie die Studie aufgebaut war

Die Studie umfasste 240 gesunde prämenopausale Frauen. Die Teilnehmerinnen wurden randomisiert und erhielten sechs Monate lang entweder ein Placebo oder täglich 1 Milligramm beziehungsweise 2 Milligramm Endoxifen. Anschließend maßen die Forschenden die mammographische Brustdichte, einen wichtigen Marker, da eine hohe Dichte mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden ist. Ein Rückgang der Dichte während der Behandlung kann daher als Hinweis auf therapeutische Aktivität dienen.

Dieses Design ist wichtig, weil es einen messbaren biologischen Effekt prüft, ohne mehr zu behaupten, als die Daten hergeben. Die Studie berichtete nicht, dass Endoxifen bei diesen Teilnehmerinnen Krebs verhindert habe. Stattdessen wurde ein risikobezogener Surrogatendpunkt gemessen, der in der Präventionsforschung seit Langem relevant ist.

Schon innerhalb dieses engeren Rahmens waren die Ergebnisse bemerkenswert. Laut Bericht führten beide getesteten Dosen gegenüber Placebo zu einer deutlichen Verringerung der Brustdichte.