Ein mögliches perioperatives Mittel für eine Risikophase
Eine neue Metaanalyse bringt Ketamin oder Esketamin, das während oder unmittelbar nach einem Kaiserschnitt verabreicht wurde, mit niedrigeren Werten depressiver Symptome in den ersten zwei Wochen nach der Geburt in Verbindung. Sie belegt jedoch nicht, dass Ketamin routinemäßig zur Vorbeugung einer postpartalen Depression eingesetzt werden sollte.
Die Analyse wurde bei ANESTHESIOLOGY 2026 vorgestellt und untersuchte sechs randomisierte kontrollierte Studien aus dem Zeitraum Januar 2015 bis September 2025 mit insgesamt 1.832 Frauen nach geplanten Kaiserschnitten.
Die Symptome wurden vom dritten bis zum 14. postoperativen Tag mit der Edinburgh-Skala gemessen. Bei den Frauen, die Ketamin oder Esketamin erhielten, zeigte sich eine kleine bis moderate Verringerung.
Warum der Zeitpunkt wichtig ist
Die Tage nach der Geburt können besonders schwierig sein, wenn Frauen sich von einer großen Bauchoperation erholen und sich zugleich an die Versorgung eines Säuglings gewöhnen. Kaiserschnitte werden mit einem höheren Risiko für depressive Symptome, Angst, Reizbarkeit, Interessenverlust und Schwierigkeiten beim Aufbau einer Bindung in Verbindung gebracht.
Was die Evidenz zeigt
Die Analyse untersuchte Fragebogenwerte über einen kurzen Zeitraum, nicht die Frage, ob Ketamin eine klinisch diagnostizierte postpartale Depression verhindert. Ein niedrigerer Wert ist weder eine Diagnose noch ein Beleg für einen dauerhaften klinischen Nutzen.
Der Erstautor Peter Hsin erklärte, die Ergebnisse deuteten auf Vorteile über Anästhesie und Schmerzlinderung hinaus hin. Für eine routinemäßige Anwendung sei es jedoch zu früh.
Der Nutzen einer Metaanalyse
Die Zusammenführung der sechs Studien erleichtert die Einschätzung, ob der beobachtete Unterschied tatsächlich besteht. Unterschiede bei Medikamenten, Dosen, Zeitpunkt und Nachbeobachtung bleiben jedoch bestehen.
Anstoß für weitere Forschung und Screening
Die Studie sollte vorerst als frühes Signal und nicht als Behandlungsempfehlung verstanden werden. Screening und weitere Abklärung bleiben entscheidend.
Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von Medical Xpress. Originalartikel lesen.
Originally published on medicalxpress.com







