Ein Unwahrscheinliches Krebsforschungsthema

Forscher, die Ernährung und Krebsbiologie studieren, haben dunkelrote süße Kirschen als mögliche Quelle für Verbindungen identifiziert, die die Progression von dreifach-negativem Brustkrebs verlangsamen könnten — dem aggressivsten und am schwierigsten zu behandelnden Subtyp der Krankheit. Die Erkenntnisse basieren auf Mausmodellen statt auf menschlichen klinischen Studien und tragen zu einer wachsenden Menge von Forschungen darüber bei, wie Phytochemikalien in alltäglichen Lebensmitteln auf sinnvolle Weise mit der Krebsbiologie interagieren können.

Dreifach-negativer Brustkrebs ist so benannt, weil er die drei häufigsten Hormonrezeptoren fehlen, die von bestehenden Therapien angesteuert werden, und betrifft etwa 10 bis 15 Prozent der Brustkrebspatienten. Er betrifft überproportional jüngere Frauen und schwarze Frauen, neigt dazu, aggressiver zu sein als andere Brustkrebssubtypen und hat weniger Behandlungsoptionen. Die Identifikation neuer therapeutischer Ziele oder ergänzender Behandlungen ist ein aktives Forschungsgebiet.

Was die Forschung Herausfand

Die Studie, durchgeführt in einem Krebsbiologie-Laboratorium einer großen Forschungsuniversität, behandelte Maus-Tumormodelle mit Extrakten aus dunkelroten süßen Kirschen und konzentrierte sich speziell auf Anthocyane — die Pigmente, die für die tiefe rot- und violette Farbe von Kirschen, Blaubeeren und verwandten Früchten verantwortlich sind. Anthocyane wurden zuvor wegen ihrer entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften untersucht, aber ihre Wechselwirkung mit der Krebszellproliferation ist nicht ausgiebig charakterisiert worden.

In den Mausmodellen verlangsamte die Behandlung mit Kirschextrakt das Tumorwachstum im Vergleich zu Kontrollgruppen erheblich. Die Forscher identifizierten mehrere mögliche Mechanismen: Anthocyane schienen die an der Krebszellreplikation beteiligten Signalisierungswege zu hemmen, die Angiogenese (die Bildung von Blutgefäßen, die Tumoren versorgen) zu reduzieren und die Apoptose (programmierter Zelltod) in Krebszellen zu induzieren. Dies sind die gleichen Ziele, die von mehreren bestehenden Krebsmedikamenten angestrebt werden, was den Ergebnissen eine gewisse mechanistische Plausibilität verleiht, auch wenn ihre klinische Relevanz weiterhin unsicher bleibt.

Die wirksamen Konzentrationen in der Mausstudie wurden durch reines Extrakt statt durch den Verzehr von ganzen Früchten erreicht. Die Forscher berechneten, dass die Replikation dieser Konzentrationen bei einem Menschen durch den Verzehr von ganzen Kirschen Mengen erfordern würde, die weit über das hinausgehen, was eine Person realistischerweise essen könnte — ein Befund, der die praktischen Auswirkungen mildert, ohne das wissenschaftliche Interesse zu verringern.

Die Herausforderung der Übertragung von Mausstudien

Es ist zu betonen, dass die große Mehrheit der Krebsforschungsergebnisse in Mausmodellen nicht in menschliche Behandlungen übertragen werden. Maus- und Menschenkrebsbiologie teilen wichtige Ähnlichkeiten, unterscheiden sich aber auch grundlegend in der Tumorentwicklung, der Immunantwort und dem Arzneimittelstoffwechsel. Viele Verbindungen, die spektakuläre Anti-Tumor-Effekte in Mäusen zeigen, schlagen in menschlichen klinischen Studien völlig fehl.

Die Kirschverbindungsforschung ist mehrere Schritte von etwas entfernt, das die klinische Praxis ändern würde. Bevor eine menschliche Anwendung in Betracht gezogen werden könnte, müssten Forscher zusätzliche mechanistische Studien durchführen, die spezifischen Verbindungen identifizieren, die für die beobachteten Effekte verantwortlich sind, eine stabile und bioverfügbare Formulierung entwickeln und eine Reihe von zunehmend größeren klinischen Studien durchführen. Dieser Prozess dauert in der Regel ein Jahrzehnt oder länger, auch unter den besten Umständen.

Praktische Erkenntnisse

Für Einzelpersonen ist die praktische Implikation bescheiden: Dunkelrote süße Kirschen sind ein nahrhaftes Lebensmittel mit einer plausiblen biologischen Begründung, Teil einer gesunden Ernährung zu sein. Die bestehende Forschung zu Anthocyanen allgemein — einschließlich möglicher kardiovaskulärer und entzündungshemmender Vorteile — gibt dem Kirschenkonsum eine gewisse wissenschaftliche Grundlage über bloße Intuition hinaus. Aber kein Onkologe würde basierend auf den aktuellen Erkenntnissen empfehlen, Kirschen als Strategie zur Krebsprävention oder -behandlung zu essen. Die Forschung wird am besten als ein wissenschaftliches Zeichen verstanden, das auf potenziell interessantes Territorium hindeutet — und es lohnt sich, mit angemessen gemessenem Interesse zu verfolgen, während sich die Evidenz entwickelt.

Dieser Artikel basiert auf Berichterstattung der Science Daily. Lesen Sie den Originalartikel.