Ein kostengünstigerer Test könnte den Zugang zu früherer Herzvorsorge erweitern

Eine von Forschern des UT Southwestern Medical Center geleitete Studie legt nahe, dass künstliche Intelligenz einen der einfachsten Herztests der Medizin an Orten deutlich nützlicher machen kann, an denen der Zugang zu fortgeschrittener Bildgebung schwierig ist. In einer in JAMA Cardiology veröffentlichten Arbeit stellte das Team fest, dass ein KI-System, das auf routinemäßige Elektrokardiogramme, also ECGs, angewendet wurde, Patienten in Kenia mit linksventrikulärer systolischer Dysfunktion, einem wichtigen Vorläufer der Herzinsuffizienz, genau screenen konnte.

Die Erkenntnis ist wichtig, weil ECGs im Vergleich zu Echokardiogrammen relativ kostengünstig und weit verbreitet sind; diese gelten als Goldstandard für die Erkennung solcher zugrunde liegender Herzfunktionsstörungen. In vielen Gesundheitssystemen mit knappen Ressourcen ist der Zugang zur Echokardiographie durch Gerätekosten, Infrastruktur und die Verfügbarkeit von Fachpersonal begrenzt. Dadurch bleiben viele Patienten undiagnostiziert, bis die Herzinsuffizienz fortgeschrittener und schwerer zu behandeln ist.

Die neuen Ergebnisse weisen auf eine praktische Alternative hin: einen weit verfügbaren Test zu nutzen und anschließend eine KI-Analyse hinzuzufügen, um diejenigen Patienten zu identifizieren, die mit größter Wahrscheinlichkeit eine Nachsorge benötigen. Wenn dieser Ansatz validiert und in großem Maßstab eingesetzt wird, könnte er dazu beitragen, die Diagnose in ein früheres Stadium zu verlagern, in dem Interventionen wirksamer sein können.

Warum die Studie in Subsahara-Afrika wichtig ist

Herzinsuffizienz nimmt weltweit zu, aber die Belastung ist in Subsahara-Afrika besonders schwer. Nach Angaben der Forscher entwickeln Patienten in der Region häufig in jüngerem Alter eine Herzinsuffizienz und erleben schlechtere Ergebnisse, obwohl sie möglicherweise weniger Begleiterkrankungen haben als Patienten in wohlhabenderen Ländern. Diese Kombination macht eine frühere Erkennung besonders wichtig.

Bevor sich eine Herzinsuffizienz vollständig entwickelt, treten bei vielen Patienten zunächst Vorläuferzustände wie die linksventrikuläre systolische Dysfunktion auf. In diesem Zustand pumpt der linke Ventrikel des Herzens das Blut nicht effektiv. Eine frühe Erkennung kann Klinikern helfen, früher einzugreifen, erfordert aber in der Regel eine auf Ultraschall basierende Herzbildgebung.

Das vom UT Southwestern-Team geführte Projekt argumentiert, dass genau diese Lücke durch AI-ECG adressiert werden könnte. Statt die Echokardiographie zu ersetzen, könnte das System als vorgeschaltete Screening-Ebene in Kliniken und Krankenhäusern dienen, die nicht bei jedem Patienten Bildgebung durchführen können. So könnten knappe diagnostische Ressourcen auf diejenigen mit dem höchsten Risiko konzentriert werden.