Vietnams Solaranlagen wachsen weiter, aber selektiver

Vietnams kumulierte Solarkapazität erreichte bis Ende 2025 19.252 Megawatt, wie von der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien veröffentlichte und von pv magazine zitierte Zahlen zeigen. Das entspricht einem Zuwachs von 586 Megawatt gegenüber den 18.666 Megawatt, die Ende 2024 verzeichnet wurden.

Der Zuwachs ist bedeutsam, zeigt aber auch einen Markt, der in einen anderen Rhythmus übergeht. Der Anstieg 2025 lag deutlich über den 79 Megawatt, die 2024 hinzugekommen waren, blieb jedoch weit unter den fast 1,6 Gigawatt, die 2023 ergänzt wurden. Vietnam bleibt einer der wichtigsten Solarmärkte Südostasiens, doch Tempo und Profil der Expansion verändern sich.

Dachsolaranlagen tragen immer mehr die Dynamik

Die Ember-Analysten Lam Pham und Alnie Demoral erklärten der Veröffentlichung, dass Dachsolaranlagen in Vietnam am besten abschneiden, mit besonders starkem Interesse von gewerblichen und industriellen Kunden. Dieser Punkt ist zentral, um die aktuelle Marktphase zu verstehen.

In vielen schnell wachsenden Solarmärkten wird die frühe Expansion von Großprojekten und günstigen politischen Zeitfenstern getragen. Sobald diese leichter erreichbaren Zuwächse schwerer aufrechtzuerhalten sind, können verteilte Systeme zum widerstandsfähigeren Wachstumsmotor werden. Vietnam scheint in dieses Muster einzutreten. Dachanlagen, vor allem für Unternehmen, die Stromkosten steuern oder ihre Energiesicherheit verbessern wollen, erweisen sich als anpassungsfähiger als große zentralisierte Projekte.

Auch die gewerbliche und industrielle Nachfrage ist im vietnamesischen Kontext leichter nachvollziehbar. Unternehmen können oft schneller handeln als die Planung von Infrastruktur auf Netzebene, und Eigenstromerzeugung vor Ort kann die Abhängigkeit von den breiteren Einschränkungen des Stromsystems verringern.