Der Niedergang der Kohle hielt an, verlangsamte sich aber

Die Stilllegungen von Kohlekraftwerken in den USA fielen 2025 auf den niedrigsten Jahreswert seit 15 Jahren, so die bereitgestellten Unterlagen der Energy Information Administration. Im Laufe des Jahres wurden nur 2,6 Gigawatt Kohlekraftwerksleistung stillgelegt, verteilt auf vier Kraftwerke. Das war der kleinste jährliche Stilllegungswert seit 2010 und eine deutliche Verlangsamung gegenüber den viel größeren Rückgängen, die noch vor wenigen Jahren zu beobachten waren.

Die Zahl ist bedeutsam, weil sie der Erwartung widerspricht, dass der Kohleanteil im US-Stromsystem weiter schneller schrumpfen würde, wie es zu Beginn des Jahrzehnts der Fall war. Stattdessen wurde 2025 zu einem Jahr der Verschiebungen und Rücknahmen. Betreiber verschoben 4,8 Gigawatt geplanter Stilllegungen in spätere Jahre, strichen Stilllegungspläne für zwei Kohlekraftwerke mit insgesamt 1,1 Gigawatt und strichen außerdem geplante Stilllegungen von weiteren 1,2 Gigawatt für 2027. Eine separate Anlage, die 2026 schließen sollte, verschob ihre Stilllegung auf 2029.

Diese Kombination belebte die langfristigen Wachstumsaussichten der Kohle nicht, zeigte aber, dass der Abwärtspfad weniger zwangsläufig ist, als er schien. Bedenken hinsichtlich der Netzstabilität, der Zeitpunkt des Ersatzes und politische Eingriffe spielten eine Rolle dabei, alte Kohleeinheiten länger verfügbar zu halten als zuvor erwartet.

Die Anlagen, die tatsächlich stillgelegt wurden

Der bereitgestellte Text nennt vier Stilllegungen im Jahr 2025. Indian River Unit 4 in Delaware mit 410 Megawatt wurde im Februar stillgelegt. Cholla Units 1 und 3 in Arizona mit zusammen 383 Megawatt wurden im März stillgelegt. Die größte Stilllegung kam spät im Jahr, als Units 1 und 2 des Intermountain Power Project in Utah mit insgesamt 1.800 Megawatt im Oktober und November stillgelegt wurden. Prairie Creek Unit 1 in Iowa, eine deutlich kleinere 15-Megawatt-Einheit, wurde im Dezember stillgelegt.

Selbst innerhalb dieser kleinen Gruppe ist die Ersatzgeschichte wichtig. Die Stilllegungen in Intermountain wurden teilweise durch ein neues Erdgas-Kombikraftwerk mit 1.017 Megawatt am selben Standort ausgeglichen, das Ende 2025 in Betrieb ging. Das verdeutlicht eine wichtige Realität der Energiewende. Kohleausstiege bedeuten nicht automatisch Ersatz durch erneuerbare Energien. In vielen Fällen ist der kurzfristige Ersatz Gas, vor allem dort, wo Netzbetreiber und Versorgungsunternehmen auf flexibel abrufbare Kapazitäten setzen.

Auch wenn der jährliche Stilllegungswert niedrig war, ist die Zusammensetzung der Ersatzkapazität ebenso entscheidend. Das System verändert sich, aber nicht immer auf direktem Weg von Kohle zu emissionsfreier Energie.

Bundesweite Notfallanordnungen änderten den Zeitplan

Ein wesentlicher Grund dafür, dass 2025 nicht mehr Kohle stillgelegt wurde, war das Eingreifen der Bundesregierung. Das US-Energieministerium erließ Notfallanordnungen nach Abschnitt 202(c) des Federal Power Act und wies mehrere Kohlekraftwerke an, aus Gründen der Netzstabilität vorübergehend verfügbar zu bleiben. Der bereitgestellte EIA-Text nennt Anlagen in Michigan, Washington, Indiana und Colorado als betroffen.

Die meisten dieser verschobenen Stilllegungen wurden nach Angaben der Betreiber an die EIA von geplanten Schließungsterminen im Jahr 2025 auf Anfang oder Mitte 2026 verlegt. Praktisch verschafften die Notfallanordnungen alternden Einheiten Zeit, die sonst offenbar kurz vor der Abschaltung standen. Das garantiert keinen Langzeitbetrieb, zeigt aber, wie Stabilitätsbedenken die Zeitpläne der Dekarbonisierung unterbrechen können.

Das ist wichtig, weil Stilllegungspläne in Narrativen der Energiewende oft als feste Meilensteine behandelt werden. Die Daten für 2025 legen nahe, sie eher als Ziele zu verstehen, die bei angespannten Netzbedingungen oder verzögerten Ersatzressourcen angepasst werden. Da Stromnachfrage schwerer vorherzusagen ist und der Kapazitätsbedarf drängender wird, könnten politische Entscheidungsträger häufiger eingreifen, um Anlagen zu erhalten, die eigentlich schließen sollten.

Der jüngste Kohle-Stilllegungstrend hat sich abgeschwächt

Die bereitgestellten Daten ordnen die Zahl für 2025 zudem ein. Seit 2022 gehen Kohle-Stilllegungen insgesamt zurück. Damals legten Betreiber 13,7 Gigawatt still, was rund 6,5 Prozent der Flotte am Ende des Jahres 2021 entsprach. Im Vergleich dazu machten die 2,6 Gigawatt im Jahr 2025 nur 1,5 Prozent der Kohlekapazität zum Jahresende 2024 aus.

Diese Verlangsamung löscht den langfristigen Rückgang der Kohleflotte nicht aus, deutet aber darauf hin, dass die leichtesten Stilllegungen möglicherweise bereits erfolgt sind. Was übrig bleibt, ist womöglich stärker mit regionaler Netzstabilität, lokaler Politik oder dem Mangel an Ersatzressourcen verflochten. Je näher das System an die schwierigen Fälle kommt, desto wahrscheinlicher werden Verschiebungen.

Es gibt hier auch eine breitere strategische Lehre. Der Ausstieg aus der Kohle wird nicht nur von Ökonomie und Emissionspolitik beeinflusst, sondern auch von der Reihenfolge beim Infrastrukturausbau. Wenn neue Erzeugung, Übertragung, Speicher oder Gaskapazitäten nicht rechtzeitig bereitstehen, können alte Anlagen einen Aufschub bekommen. Das schafft ein System, in dem angekündigte Stilllegungen echte Signale sind, aber keine endgültigen Garantien.

Was die Zahlen für 2025 wirklich zeigen

Die Schlagzeile, der niedrigste Stilllegungswert seit 15 Jahren, könnte als Kohle-Renaissance missverstanden werden. Die bereitgestellten Informationen stützen diese Schlussfolgerung nicht. Sie stützen etwas Engeres, aber dennoch Wichtiges: Der Rückgang der Kohle kann stocken, wenn Netzbetreiber und Bundesbehörden der Ansicht sind, dass die Netzstabilität mehr Zeit erfordert.

Diese Nuance ist für die Energieplanung entscheidend. Politik, Versorger und Investoren können nicht davon ausgehen, dass Stilllegungspläne exakt nach Zeitplan verlaufen. Sie können auch nicht davon ausgehen, dass jede Kohlestilllegung durch erneuerbare Erzeugung ersetzt wird. In mindestens einigen Fällen bleibt Gas die Brückentechnologie, die zuerst kommt.

Die Erfahrung von 2025 ist daher eine Warnung vor zu linearen Übergangsmodellen. Kohle verlässt das US-System weiterhin, aber das Tempo wird nun stärker durch aktive Eingriffe und sichtbarere Zielkonflikte geprägt.

Das kommende Jahr

Wenn die von der EIA identifizierten verschobenen Schließungen 2026 weiter vorankommen, könnte sich der ungewöhnlich niedrige Stilllegungswert des letzten Jahres als vorübergehend erweisen. Sollten jedoch weitere Stabilitätsbedenken auftreten, sind weitere Verzögerungen möglich. In jedem Fall markieren die Daten für 2025 einen klaren Tonwechsel. Die zentrale Frage ist nicht mehr, ob Kohle stillgelegt wird. Sie lautet, wie schnell, und unter welchen Bedingungen die Bundesregierung bereit ist, diesen Prozess zu verlangsamen.

Dieser Artikel basiert auf einem Bericht von CleanTechnica. Zum Originalartikel.

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