Ein negatives Ergebnis hat eine der hartnäckigsten Fragen der Psychedelika-Forschung neu belebt
Produziert das Säugetiergehirn DMT auf natürliche Weise? Eine kürzlich diskutierte Studie hat diese Frage wieder ins Zentrum gerückt, nachdem sie nur spärliche Hinweise auf endogenes DMT in Rattenhirnen berichtet hatte. Statt die Debatte zu beenden, hat das Ergebnis sie verschärft, weil es mit früheren Arbeiten kollidiert, die nahelegten, dass das Rattengehirn die psychedelische Verbindung synthetisieren und freisetzen kann.
DMT, oder N,N-Dimethyltryptamin, nimmt sowohl in der Wissenschaft als auch in der Kultur eine ungewöhnliche Stellung ein. Es ist ein starkes Psychedelikum, aber auch Gegenstand der langjährigen Hypothese, dass Gehirne es auf natürliche Weise produzieren könnten, möglicherweise in einer Weise, die für Bewusstsein, Träume oder extreme physiologische Zustände relevant ist. Diese breitere Spekulation ist der Evidenz oft vorausgeeilt. Die neue Studie erinnert daran, dass selbst die grundlegende biologische Frage, ob DMT in Säugetiergehirnen überhaupt in bedeutsamer Weise vorhanden und erhalten ist, weiterhin ungeklärt bleibt.
Was die neue Studie gefunden hat
Mikael Palner, außerordentlicher Professor an der University of Southern Denmark, und sein Team konzentrierten sich bei Rattenhirnen auf eine bestimmte Erwartung. Da DMT ein Tryptamin mit Ähnlichkeiten zu Serotonin ist, richteten die Forschenden ihren Fokus auf serotonerge Neuronen und erwarteten messbare Mengen von endogenem DMT oder Hinweise darauf, dass extern verabreichtes DMT in serotoninbezogenen Strukturen gespeichert wird.
Laut Palner fand das Team keines von beidem. Er sagte, sie hätten keinen Hinweis darauf gefunden, dass DMT über den Serotonin-Transporter in Axone aufgenommen oder über den vesikulären Monoamintransporter in Serotoninvesikel eingelagert wird. Der Befund überraschte die Forschenden. Sie hatten versucht, nachweisbare Mengen zu bewahren, indem sie den DMT-Stoffwechsel blockierten, da die Verbindung schnell abgebaut wird.
Die Studie, die vergangenen Monat in Neuropharmacology veröffentlicht wurde, kam zu dem Schluss, dass es nur spärliche Hinweise auf endogenes DMT in Rattenhirnen gebe. Genauer gesagt, so Palner, deute die Arbeit darauf hin, dass DMT in den Serotonin-Endigungen des Rattengehirns weder gebildet noch gespeichert werde.




