Spanien weitet die Speicherförderung im Rahmen seines Wiederaufbauplans aus

Spanien will eine weitere große Runde der Unterstützung für langfristige Stromspeicherung abschließen und 165 Millionen Euro für sieben reversible Pumpspeicherprojekte bereitstellen, die zusammen mehr als 4,2 Gigawatt installierte Leistung und mehr als 8 Gigawattstunden Speicherkapazität repräsentieren. Die Finanzierung ist Teil einer breiteren Zuteilung von 670 Millionen Euro im Rahmen des Recovery-, Transformations- und Resilienzplans des Landes, einem Paket, das die spanische Regierung in den kommenden Tagen abschließend festlegen will.

Die Ankündigung von Vizepräsidentin und Ministerin für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung, Sara Aagesen, verweist auf eine klare politische Priorität: mehr Flexibilität auf Systemebene für ein Stromsystem, das immer mehr erneuerbare Erzeugung aufnimmt. Pumpspeicher gehört zu den ältesten Technologien zum Ausgleich von Stromnetzen, doch der Umfang des spanischen Pakets zeigt, dass sie in der aktuellen Energieplanung weiterhin eine zentrale Rolle spielt, insbesondere wenn Regierungen Dekarbonisierungsziele mit höherer Systemsicherheit verbinden wollen.

Die Förderung wird über das Boralmac-II-Programm vergeben, die zweite Finanzierungsrunde für diese Projektklasse. Laut dem Ausgangsmaterial wurde diese Runde über das ursprüngliche Budget hinaus erweitert, weil die Nachfrage stärker als erwartet war. Dieser Punkt ist wichtig. Er deutet darauf hin, dass Entwickler mehr tragfähige Speicherprojekte vorgelegt haben, als der ursprüngliche Rahmen vorsah, und dass Madrid bereit ist, das Programm zu vergrößern, statt Speicher nur als Randergänzung zum Ausbau von Solar- und Windkraft zu behandeln.

Warum Pumpspeicher weiterhin wichtig sind

Reversible Pumpspeicherprojekte funktionieren, indem Wasser zwischen Reservoirs auf unterschiedlichen Höhen bewegt wird. Ist Strom reichlich vorhanden oder günstiger, wird Wasser bergauf gepumpt. Steigt die Nachfrage oder sinkt die erneuerbare Erzeugung, wird das gespeicherte Wasser zur Stromerzeugung abgelassen. Praktisch macht das Pumpspeicher nicht nur als Speicher wertvoll, sondern auch als Infrastruktur für Netzstabilität, Spitzenlastmanagement und die Integration erneuerbarer Energien.

Spaniens aktueller Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Energiesysteme in ganz Europa vor einer vertrauten Herausforderung stehen: Die Kapazität erneuerbarer Erzeugung wächst schnell, doch steuerbare saubere Flexibilität hält nicht immer Schritt. Batterien spielen zwar eine wichtige Rolle beim Ausgleich kurzer Zeiträume, doch Pumpspeicher bleiben für mehrstündige Speicherung im sehr großen Maßstab attraktiv. Die Zahlen zu den Boralmac-II-Zuschlägen unterstreichen diesen Punkt. Mehr als 4,2 GW installierte Leistung sind für sich genommen schon erheblich, aber mehr als 8 GWh kombinierte Speicherkapazität verleihen diesen Anlagen ihr strategisches Gewicht in der Systemplanung.

Die Projekte verteilen sich auf Galicien, Asturien, Andalusien, Extremadura und Katalonien, was darauf hindeutet, dass sich die Politik nicht auf einen einzelnen Regionalmarkt konzentriert. Diese geografische Verteilung könnte Spanien helfen, die Ausgleichskapazität in mehreren Teilen des Netzes zu stärken, statt Flexibilität nur an einem Knoten überzubauen. Sie signalisiert außerdem, dass nationale Wiederaufbaufonds genutzt werden, um Infrastruktur mit breiter territorialer Wirkung zu gestalten.