PacifiCorps Effizienzportfolio in Kalifornien steht vor der Aussetzung
PacifiCorp hat sich im Rahmen eines bei der California Public Utilities Commission eingereichten Vergleichsvorschlags bereit erklärt, alle von den Kunden finanzierten Energieeffizienzprogramme in Kalifornien auszusetzen. Würde der Vorschlag genehmigt, sänken die Kundentarife um 0,7 %. Die Entscheidung fällt auf, weil Effizienzprogramme von Versorgungsunternehmen normalerweise als zentrale politische Instrumente gelten, um den Verbrauch zu senken und Systemkosten zu vermeiden. In diesem Fall kamen Regulierer und Unternehmen jedoch zu einem anderen Ergebnis: Das Portfolio liefert im kalifornischen Versorgungsgebiet von PacifiCorp keine Vorteile mehr, die seine Kosten rechtfertigen.
Das Unternehmen ist über Pacific Power in Nordkalifornien tätig und versorgt dort rund 46.000 Kunden. Nach der Berichterstattung von Utility Dive über die CPUC-Einreichung wollte PacifiCorp die Programme zunächst weiterlaufen lassen, während es sie neu konzipiert. Am Ende schloss es mit dem Public Advocates Office einen Vergleich, der das Portfolio bis zum 1. Januar schrittweise beenden würde. Das macht den Fall nicht nur als Sparmaßnahme bemerkenswert, sondern auch als seltenes Eingeständnis, dass ein Standardinstrument für Dekarbonisierung und Bezahlbarkeit unter lokalen Bedingungen scheitern kann.
Warum die Regulierer sagen, dass die Rechnung nicht mehr aufgeht
Im Zentrum steht die Kosteneffizienz. Das kalifornische Public Advocates Office argumentierte, dass PacifiCorps Effizienzprogramme den Kunden historisch gesehen keine Vorteile gebracht hätten, die ihre Kosten übersteigen, und dass sich die Leistung in den vergangenen Jahren verschlechtert habe. Die Behörde sagte, die erwarteten Gewinne aus einem neu gestalteten Portfolio seien begrenzt und würden dennoch die Schwelle nicht erreichen, die Regulierer erwarten, wenn Kunden Programme über ihre Tarife finanzieren sollen.
Die Einreichung verweist auf einen starken Rückgang der Einsparungen. Nach Angaben von Cal Advocates sanken die Einsparungen des Wattsmart-Business-Programms zwischen 2022 und 2024 um rund 75 %. Die Gesamteinsparungen des Portfolios fielen allein 2024 um 40 %. Diese Zahlen sind wichtig, weil Effizienzportfolios von Versorgungsunternehmen auf dem Versprechen beruhen, dass Ausgaben für Rabatte, Anreize, Öffentlichkeitsarbeit und Programmadministration messbare Senkungen des Energieverbrauchs bewirken, die groß genug sind, um die Kosten auszugleichen. Wenn die Einsparungen sinken, während die Bereitstellungskosten hoch bleiben oder steigen, kann sich das Portfolio von einem Nutzen für Verbraucher zu einer Belastung für Verbraucher verkehren.
Das scheint das Argument gewesen zu sein, das die Regulierer überzeugte. Anstatt die Programme in der Hoffnung zu erhalten, dass eine Neugestaltung ihre Leistung irgendwann verbessert, spiegelt der Vergleich eine unmittelbarere Einschätzung wider: Kunden sollten nicht weiter für eine Struktur zahlen, die keinen Wert nachgewiesen hat und voraussichtlich nur geringe Verbesserungen zeigen wird.
Ein ländliches Versorgungsgebiet verändert die Rechnung
PacifiCorp stellte das Ergebnis nicht als grundsätzlichen Rückzug von Effizienz dar. Stattdessen verwies das Unternehmen auf die besondere Ökonomie seines kalifornischen Versorgungsgebiets. Ein Sprecher sagte gegenüber Utility Dive, das Versorgungsgebiet sei weitgehend ländlich, mit durchschnittlich vier Kunden pro Quadratmeile, und enthalte einen hohen Anteil einkommensschwacher Kunden. Zudem gebe es relativ wenige große Geschäftsprojekte, mit denen sich die Kosten kleinerer Installationen und Maßnahmen auf Haushaltsebene ausgleichen ließen.
Solche Bedingungen können die Wirtschaftlichkeit eines Portfolios schnell untergraben. Eine dünne Besiedlung erhöht die Kosten für Kundenakquise und Programmdurchführung. Eine kleinere Basis großer gewerblicher Teilnehmer begrenzt die Möglichkeiten, durch wenige Projekte große Energieeinsparungen zu verbuchen. Steigende Verwaltungs- und Umsetzungskosten verschlingen dann einen größeren Anteil der gesamten Programmausgaben. In einem dichter besiedelten Versorgungsgebiet lassen sich dieselben Fixkosten auf viel mehr Kunden und Projekte verteilen. In PacifiCorps Nordkalifornien scheint dieser Hebel begrenzt.
Das Unternehmen sagte außerdem, die Bereitstellungskosten seien weiter gestiegen, was die Lage zusätzlich erschwere. Das Ergebnis ist ein politisches Problem, das in landesweiten Debatten leicht übersehen wird: Programme, die auf breite Effizienzziele ausgerichtet sind, funktionieren nicht in jedem Versorgungsgebiet gleich gut, vor allem wenn Bevölkerungsdichte, Kundenmix und Projektgröße stark vom Staatsdurchschnitt abweichen.
Warum das über ein einzelnes Versorgungsunternehmen hinaus wichtig ist
Auf einer Ebene ist der vorgeschlagene Vergleich lokal und technisch. Er betrifft einen kleinen Kundenstamm, ein bestimmtes Versorgungsgebiet und einen klar definierten Satz von von Kunden finanzierten Programmen. Auf einer anderen Ebene spiegelt er einen breiteren Druck wider, dem die Versorgungswirtschaft derzeit ausgesetzt ist. Energieeffizienz ist nach wie vor eines der etabliertesten Instrumente der Strompolitik, aber Versorger und Regulierer stehen zunehmend unter dem Druck, nicht nur ökologische Absicht, sondern auch harte wirtschaftliche Leistung zu belegen.
Dieser Druck nimmt zu, während Versorger Dekarbonisierungsziele, Ausgaben für Waldbrandschutz, Übertragungsbedarf und Fragen der Bezahlbarkeit gleichzeitig bewältigen. Jeder in die Tarife eingestellte Dollar muss mit anderen Systemprioritäten konkurrieren. In diesem Umfeld ist ein Effizienzportfolio, das keinen Netto-Nutzen nachweisen kann, anfälliger als noch vor zehn Jahren. Der Fall PacifiCorp zeigt, dass selbst politisch robuste Programme ausgesetzt werden können, wenn Regulierer zu dem Schluss kommen, dass sie nicht mehr kosteneffizient sind.
Er zeigt auch eine Spannung innerhalb der sauberen Energiepolitik. Kalifornien betrachtet Effizienz im Allgemeinen als Säule von Emissionsminderung und Kundenentlastung. Doch derselbe Politikrahmen verlangt den Nachweis, dass finanzierte Programme messbaren Wert liefern. Wenn dieser Nachweis schwächer wird, können die eigenen Aufsichtsmechanismen des Staates gegen die Fortführung des Programms arbeiten. Der vorgeschlagene Vergleich ist daher keine Ablehnung von Effizienz an sich, sondern ein Beispiel dafür, wie leistungsbasierte Kontrolle zu einem unangenehmen Ergebnis führt.
Auswirkungen auf Kunden und der nächste regulatorische Schritt
Wenn die CPUC dem Vergleich zustimmt, würden die Kunden eine um 0,7 % niedrigere Rate sehen, die an die Aussetzung der Programme gekoppelt ist. Für Haushalte und Unternehmen ist das eine geringe Entlastung, aber symbolisch bedeutsam, weil sich eine abstrakte Programmevaluierung in eine direkte Auswirkung auf die Rechnung verwandelt. Sie unterstreicht auch die zugrunde liegende regulatorische Schlussfolgerung: Kundengelder scheinen besser in den Taschen der Kunden aufgehoben zu sein als durch das bestehende Effizienzportfolio geleitet zu werden.
Der Vergleich benötigt jedoch noch die Zustimmung der Kommission, sodass das endgültige Ergebnis noch nicht feststeht. Die Regulierer werden die gemeinsame Einreichung prüfen und entscheiden, ob die schrittweise Beendigung der Programme bis zum 1. Januar dem öffentlichen Interesse dient. Diese Prüfung könnte sich nicht nur auf die aktuelle Schwäche konzentrieren, sondern auch darauf, ob engere oder alternative Ansätze fortbestehen sollten. Die hier verfügbaren Berichte deuten nicht darauf hin, dass solche Ausnahmen Teil des aktuellen Vorschlags sind, sondern nur, dass die Vereinbarung die Aussetzung aller von Kunden finanzierten Effizienzprogramme im Gebiet vorsieht.
Für andere Versorger, insbesondere solche mit ländlichen oder schwer zu versorgenden Gebieten, könnte der Fall zu einem Referenzpunkt werden. Er legt nahe, dass Kommissionen zunehmend fragen könnten, ob Standard-Effizienzvorlagen unter den heutigen Bedingungen noch funktionieren. Falls nicht, könnten Versorger entweder radikal neu gestaltete Modelle oder eine evidenzbasierte Begründung benötigen, um Programme zu beenden, statt sie nur aus Gründen der politischen Kontinuität beizubehalten.
Ein Test für pragmatische Versorgungswirtschaft
Der vorgeschlagene PacifiCorp-Vergleich erinnert daran, dass Energiepolitik des Übergangs nicht nur von Ambition, sondern auch von Umsetzungsqualität und lokaler Ökonomie geprägt wird. Effizienzprogramme werden oft als offensichtliche Gewinne dargestellt, doch die Einreichung argumentiert, dass sie in einem kalifornischen Versorgungsgebiet zu einem schlechten Geschäft für Kunden geworden sind. Sollte die CPUC diese Einschätzung bestätigen, würde Nordkalifornien bei PacifiCorp zu einer Fallstudie pragmatischer Regulierung: Wenn ein bevorzugtes Instrument keinen Wert mehr liefert, könnten Regulierer entscheiden, dass die disziplinierte Reaktion darin besteht, es nicht mehr zu nutzen.
Ob daraus ein Einzelfall oder ein Zeichen einer breiteren Neubewertung wird, hängt von der Leistung anderer Portfolios ab. Vorläufig ist die Entwicklung konkret. Ein Versorger, der rund 46.000 Kalifornier versorgt, hat zugestimmt, seine von Kunden finanzierten Effizienzprogramme auszusetzen, weil die Zahlen sie nicht mehr tragen, und die staatliche Kommission muss entscheiden, ob diese Einschätzung Anfang 2027 wirksam werden soll.
Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von Utility Dive. Den Originalartikel lesen.
Originally published on utilitydive.com

