Ein langjähriger Streit um Übertragungskosten dreht sich nun darum, wann Kunden ihr Geld zurückbekommen

Gouverneure und Regulierungsbehörden für Versorgungsunternehmen in Neuengland drängen die Federal Energy Regulatory Commission, eine wichtige Rückerstattungsanordnung auf Kurs zu halten, und argumentieren, dass Verbraucher nach Jahren von Übertragungsrenditen, die die FERC später als zu hoch eingestuft hat, nicht länger auf Entlastung warten sollten. Der Streit dreht sich inzwischen um rund 1,5 Milliarden Dollar an Rückerstattungen im Zusammenhang mit der Eigenkapitalrendite der Übertragungsnetzbetreiber in der Region.

In einer von Utility Dive beschriebenen Eingabe bat die New England Conference of Public Utilities Commissioners die FERC, einen Antrag von Eversource und Avangrid auf Aussetzung der Rückerstattungsanordnung abzulehnen, während der Rechtsstreit weiterläuft. Die Position der Regulierer ist unmissverständlich: Eine Verzögerung der Rückzahlung würde den Schaden für Haushalte verlängern, die bereits seit mehr als einem Jahrzehnt überhöhte Kosten getragen haben.

Der Fall reicht bis ins Jahr 2011 zurück

Dieser Streit hat eine ungewöhnliche Ausdauer. Dem Quellentext zufolge wurde die erste Beschwerde über die Eigenkapitalrendite der Versorgungsunternehmen im Übertragungsbereich in Neuengland im Jahr 2011 eingereicht. Seitdem ist die Angelegenheit etwa 15 Jahre lang in der Auseinandersetzung geblieben und mündete in eine FERC-Entscheidung vom 19. März, mit der die zulässige Basis-Eigenkapitalrendite für Übertragungsnetzbetreiber in der Region rückwirkend von 10,57 % auf 9,57 % gesenkt wurde.

Dieser Unterschied von einem Prozentpunkt klingt gering, führt aber über einen langen Zeitraum und auf großen Übertragungsanlagen zu erheblichen Summen. Die Regulierer in Neuengland sagten, die Versorgungsunternehmen hätten die Netznutzer seit Einreichung der ersten Beschwerde um mehr als 1 Milliarde Dollar überhöht belastet. Die Eingabe verknüpfte das Thema auch mit dem aktuellen Druck auf die Bezahlbarkeit für Haushalte.

Wichtig ist, dass den Versorgungsunternehmen kein Fehlverhalten vorgeworfen wird. Utility Dive weist darauf hin, dass die FERC kein Fehlverhalten festgestellt hat. Stattdessen kam die Kommission zu dem Schluss, dass die zuvor genehmigte Rendite zu hoch geworden war. Dieser Unterschied ist wichtig, weil es in dem Streit im Kern um die regulatorische Feinjustierung und nicht um Betrug oder Missbrauch geht.

Die Unternehmen sagen, sie brauchen mehr Zeit

Eversource und Avangrid haben argumentiert, dass der Rückerstattungsprozess verzögert werden sollte, während ein Gericht die Angelegenheit prüft. Die FERC hatte die 30-Tage-Frist für die Versorgungsunternehmen zur Durchführung der Rückerstattungen bereits bis zum 20. Mai 2027 verlängert. Die Versorgungsunternehmen und ISO New England hatten eine längere Verlängerung bis zum 17. Dezember 2027 beantragt.

Die beteiligten Summen sind beträchtlich. Nach einer früheren, von Utility Dive zitierten Eingabe der Unternehmen schulden Eversources Neuengland-Versorger rund 880 Millionen Dollar an Rückerstattungen. Avangrids Neuengland-Versorger schulden rund 203 Millionen Dollar. Diese Zahlen erklären, warum sowohl die Unternehmen als auch die Bundesstaaten heftig um Zeitpunkt und Verfahren ringen.

Für die Versorgungsunternehmen würde eine Aussetzung Liquidität sichern und vermeiden, dass Rückerstattungen vor Ausschöpfung aller Rechtsmittel gezahlt werden müssen. Für Regulierer und Gouverneure würde eine weitere Verzögerung bedeuten, dass die Netzkunden zusätzlich zu den strittigen Forderungen auch noch die Kosten eines langwierigen Rechtsstreits finanzieren müssten.

Bezahlbarkeit treibt die Dringlichkeit

Der politische Druck hinter der Eingabe der Bundesstaaten ist kaum zu übersehen. Die Bezahlbarkeit von Strom ist im Nordosten zu einem zentralen Thema geworden, und Übertragungskosten sind einer der Bestandteile, die direkt in das einfließen, was Haushalte und Unternehmen am Ende zahlen. In diesem Umfeld ist eine Rückerstattungsanordnung dieser Größenordnung nicht nur eine buchhalterische Korrektur. Sie ist auch ein Test dafür, ob das Regulierungssystem nach einem langwierigen Streit über zu hohe Zahlungen Entlastung liefern kann.

Die Eingabe der Bundesstaaten betonte genau diesen Punkt und argumentierte, dass eine Aussetzung den Schaden verschärfen würde, weil dringend benötigte Entlastung für Verbraucher verzögert würde, die seit Jahren ungerechtfertigte Kosten tragen. Auch wenn der Quellentext die vollständige Eingabe nicht enthält, macht die zitierte Sprache deutlich, dass öffentliche Vertreter den Zeitpunkt als substanzielle Verbraucherfrage und nicht als bloße Verfahrensnotiz behandeln.

Die weiterreichenden Folgen gehen über Neuengland hinaus. Übertragungsinvestitionen nehmen landesweit zu, da Regionen erneuerbare Erzeugung hinzufügen, veraltete Anlagen ersetzen und Kapazitäten ausbauen. Entscheidungen über die Eigenkapitalrendite spielen eine große Rolle bei den Anreizen, denen Versorgungsunternehmen bei der Finanzierung solcher Projekte gegenüberstehen. Eine angefochtene Rückerstattungsanordnung dieser Größenordnung wird von Verbraucherschützern und Übertragungsnetzbetreibern in anderen Jurisdiktionen aufmerksam verfolgt werden.

Wie es weitergeht

Die unmittelbare Frage ist, ob die FERC eine weitere Verzögerung gewährt. Tut sie das nicht, werden die Versorgungsunternehmen weiter auf der Grundlage des bestehenden Zeitplans auf die Rückzahlung hinarbeiten, auch während die rechtlichen Anfechtungen laufen. Tut sie es doch, signalisiert die Kommission, dass die Last der Unsicherheit zumindest vorübergehend weiterhin bei den Netzkunden und nicht bei den Unternehmen liegen soll.

So oder so zeigt der Fall, wie langsam sich die Energieaufsicht bewegen kann und wie viel Geld währenddessen strittig bleiben kann. Fünfzehn Jahre nach der ersten Beschwerde ringt Neuengland immer noch damit, wie hoch eine faire Übertragungsrendite gewesen wäre und wann Kunden vollständig entschädigt werden sollten.

Für Haushalte mit hohen Rechnungen ist genau dieser Zeitplan der Kern des Ärgers. Die Botschaft der Bundesstaaten an die FERC ist, dass die Angelegenheit bereits lange genug gedauert hat. Der nächste Schritt der Kommission wird zeigen, ob Verbrauchsentlastung oder verfahrensrechtliche Vorsicht in einem der größten Versorger-Rückerstattungsstreite der Region seit Jahren Vorrang erhält.

Dieser Artikel basiert auf der Berichterstattung von Utility Dive. Den Originalartikel lesen.

Originally published on utilitydive.com