Italien skizziert seine nächste große Runde für erneuerbare Energien

Italien bereitet einen wichtigen neuen Beschaffungszyklus für erneuerbaren Strom vor. Die staatliche Energieagentur Gestore dei servizi energetici plant, über FerX-Auktionen, die für 2026 und 2027 angesetzt sind, 10 Gigawatt Solarleistung und 16 Gigawatt Windleistung zu vergeben. Die Ankündigung gibt Entwicklern ein klareres Bild davon, welche Größenordnung Rom auf den Markt bringen will, und deutet darauf hin, dass Solarenergie eines der zentralen Instrumente des Landes bleiben wird, um die Stromerzeugung rasch auszubauen.

Laut dem GSE-Vorstandsvorsitzenden Vinicio Mosè Vigilante ist das Ziel, vor Ende 2026 eine Auktion und 2027 zwei weitere abzuhalten. Er sagte außerdem, dass die Verhandlungen mit der Europäischen Union über die Genehmigung der Ausschreibungen in der Endphase seien. Das ist ein wichtiger Punkt, denn das Tempo des Ausbaus hängt nicht nur von der Projektreife ab, sondern auch von der regulatorischen Freigabe.

Für Investoren und Entwickler ist die Botschaft einfach: Italien behandelt seine erste Auktion für erneuerbare Energien nicht als einmaliges Ereignis. Das Land baut eine mehrstufige Pipeline auf, die in den kommenden zwei Jahren Lieferketten, Netzausbau und Projektfinanzierungsentscheidungen prägen könnte.

Was die ersten FerX-Ergebnisse gezeigt haben

Die Größenordnung der kommenden Auktionen ist auch deshalb wichtig, weil die erste FerX-Runde bereits eine sehr starke Nachfrage gezeigt hat. In diesem Beschaffungsverfahren, das im Dezember abgeschlossen wurde, vergab GSE 7.700 Megawatt Photovoltaikleistung an 474 Projekte. Das Interesse überstieg diese Menge deutlich. Die Auktion zog zunächst 1.387 Projektvorschläge mit einer kombinierten Leistung von 17.537 Megawatt an, was zeigt, dass Italien eine beträchtliche Zahl von Entwicklern hat, die bereit sind zu konkurrieren, wenn die politische Unterstützung stabil bleibt.

Auch die Preisbildung in der ersten Runde setzte ein bemerkenswertes Signal. Der durchschnittliche Zuschlagspreis für Solar lag bei 0,05682 Euro pro Kilowattstunde, also rund 37,34 Prozent unter dem von den italienischen Behörden festgelegten Höchstpreis. Das höchste akzeptierte Solarangebot lag bei 0,06267 Euro pro Kilowattstunde. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass der Wettbewerbsdruck bereits stark ist und Entwickler glauben, Projekte zu deutlich unter der staatlichen Obergrenze liegenden Preisen realisieren zu können.

Auch Wind war vertreten, wenn auch mit einem geringeren Zuschlagsvolumen in der ersten Runde. GSE vergab 940 Megawatt Windleistung an 29 Projekte zu einem durchschnittlichen Endpreis von 0,07285 Euro pro Kilowattstunde.

Warum die nächsten Auktionen wichtig sind

Die Schlagzeilenwerte für 2026 und 2027 deuten auf einen deutlich größeren gemeinsamen Ausbau hin als in der ersten Auktion allein. Zehn Gigawatt Solar sind für jeden europäischen Markt ein großes Volumen, und sie signalisieren Zuversicht, dass Projektökonomie, Genehmigungsfortschritte und Netzintegration innerhalb eines relativ kurzen Zeitfensters erhebliche Zubauten tragen können.

Es gibt auch einen strategischen Grund, Solar- und Windenergie gemeinsam voranzutreiben. Solar kann schnell umgesetzt werden und ist inzwischen sehr kostengünstig, während Wind die Erzeugungsvielfalt erhöht und die typischen Solarerzeugungsmuster ergänzen kann. Mit 10 Gigawatt Photovoltaikleistung und zusätzlich 16 Gigawatt Wind baut Italien nicht nur sauberen Strom aus. Es will ein breiteres Portfolio schaffen, das die Resilienz verbessert und die Abhängigkeit von einem einzelnen Erzeugungsprofil verringert.

Der Umfang der Beschaffung könnte Folgewirkungen im gesamten italienischen Energiesystem haben. Entwickler werden die Fristen für den Netzanschluss und die Verfügbarkeit von Flächen beobachten. Ausrüster prüfen, ob die lokale Nachfrage Kapazitätszusagen rechtfertigt. Netzbetreiber müssen berücksichtigen, wo sich die zugesagte Leistung wahrscheinlich konzentrieren wird und wie die Übertragungsplanung angepasst werden sollte.

Wettbewerb, Preise und EU-Genehmigung

Die Verhandlungen in der Endphase mit der Europäischen Union sind ein zentraler Bestandteil der Geschichte, weil das Auktionsdesign oft darüber entscheidet, wer erfolgreich teilnehmen kann und in welchem Tempo Kapazität tatsächlich gebaut wird. Selbst bei starker Nachfrage können verzögerte Genehmigungen oder geänderte Bedingungen Finanzierungsannahmen verändern.

Dennoch gibt die erste Auktion Anlass zu Zuversicht, dass der Markt reagieren kann, sobald die Bedingungen feststehen. Die starke Überzeichnung deutet auf einen tiefen Bestand an projektreifen Vorhaben hin, und der Abschlag gegenüber dem Höchstpreis zeigt, dass Entwickler bereit sind, aggressiv um langfristige Unterstützung zu konkurrieren.

Das ist ein konstruktives Signal für die Politik. Wenn der Wettbewerb hoch bleibt, könnte Italien große Mengen neuer Kapazität sichern und gleichzeitig den Preisdruck aufrechterhalten. Aber niedrige Zuschlagspreise können auch zum Risiko werden, wenn sie sich im Verhältnis zu den tatsächlichen Baukosten, Anschlussverzögerungen oder der Volatilität der Lieferkette als zu optimistisch erweisen. Die nächsten Runden werden zeigen, ob die Preisdiziplin der ersten Auktion im größeren Maßstab Bestand hat.

Ein Signal über Italien hinaus

Italiens Plan ist nicht nur aus inländischen Gründen bemerkenswert, sondern auch wegen dessen, was er über die Richtung des europäischen Strommarkts aussagt. Große Auktionsprogramme bleiben einer der direktesten Wege, auf denen Regierungen Klima- und Energieziele in bankfähige Projektpipelines übersetzen können. Indem Italien konkrete Gigawattzahlen auf den Tisch legt, bietet es mehr als Ambition. Es definiert einen investierbaren Rahmen.

Die ersten FerX-Ergebnisse des Landes deuten darauf hin, dass der Markt bereit ist zu reagieren. Die kommenden Runden 2026 und 2027 werden testen, ob diese Dynamik über größere Beschaffungsvolumina hinweg aufrechterhalten werden kann und ob die Regulierungsbehörden genug Planungssicherheit bieten können, damit Entwickler von Geboten zur Umsetzung übergehen.

Wenn der Zeitplan eingehalten wird, richtet Italien eine der substanzielleren kurzfristigen Auktionspipelines in Europa ein. Vor allem bei Solarenergie markiert die geplante Leistung von 10 Gigawatt ein klares Signal, dass der Ausbau im Versorgungsmaßstab weiter beschleunigt und nicht stagniert. Die nächste Phase hängt nun von der Umsetzung ab: der europäischen Genehmigung, dem Auktionszeitpunkt und der Fähigkeit der vergebenen Projekte, die Schlagzeilenleistung in Strom auf dem Netz umzusetzen.

Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von PV Magazine. Zum Originalartikel.

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