Bundesweite Außerkraftsetzung der staatlichen Energiepolitik

Das U.S. Department of Energy hat eine Serie von Notfallbefehlen erlassen, die Kohle- und Gaskraftwerke, die stillgelegt werden sollten, zum Weiterbetrieb verpflichten — ein Schritt, der erhebliche Spannungen zwischen föderaler Autorität und staatlicher Energieregulierung erzeugt. Rechtsexperten und Versorgungsbeamte sind gespalten, ob die Befehle — oft Offenhaltungsanordnungen genannt — eine legitime Ausübung föderaler Notfallbefugnisse darstellen oder einen Übergriff, der die Rechte der Staaten, ihre eigenen Energiesysteme zu verwalten, untergräbt.

Die Befehle wurden unter einer Befugnis erlassen, die das DOE aus den Notfallbestimmungen des Federal Power Act ableitet, die dem Energieminister erlauben, Notfallmaßnahmen anzuordnen, wenn die Zuverlässigkeit des Stromnetzes gefährdet ist. Kritiker argumentieren, dass die Befehle nicht für echte Zuverlässigkeitsnotstände, sondern als politisches Instrument zur Verlängerung der Betriebsdauer von Kohle- und Gaskraftwerken verwendet werden, die aus wirtschaftlichen oder Umweltgründen stillgelegt werden sollen.

Kosten für Stromkunden steigen

Umwelt- und Verbraucheranwaltschaft haben die Kosten für Stromkunden auf hunderte Millionen Dollar geschätzt und diese steigen weiter. Wenn Kraftwerke, die sonst stillgelegt würden, weiterbetrieben werden, müssen Versorgungsunternehmen ihre Betriebskosten tragen — Ausgaben, die auf die Stromrechnungen der Kunden überwälzt werden. In einigen Fällen sind die offengehaltenen Kraftwerke unrentabel im Vergleich zu günstigeren Alternativen im Netz, was bedeutet, dass Stromkunden de facto unwirtschaftliche Fossilstromerzeugung subventionieren.

Die Union of Concerned Scientists und andere Gruppen haben formelle Einsprüche bei der Federal Energy Regulatory Commission eingereicht und argumentieren, dass die DOE-Befehle das etablierte Regulierungsverfahren zur Bestimmung umgehen, wann Zuverlässigkeitsbedenken außergewöhnliche Maßnahmen rechtfertigen. FERC, die Großhandelsstrommarkten überwacht, war historisch der primäre Ort zur Beilegung von Streitigkeiten darüber, ob spezifische Erzeuger aus Zuverlässigkeitsgründen benötigt werden.

Staatliche Befugnis unter Druck

Mehrere Staaten, die aggressive Saubere-Energie-Standards angenommen haben, befinden sich in einer unbequemen Lage. Wenn die öffentliche Regulierungskommission eines Staates die Stilllegung eines alternden Kohlekraftwerks — als Teil eines Versorgungsadäquanzplans, der sich auf erneuerbare Energien und Speicher stützt — genehmigt, setzt eine föderale Offenhaltungsanordnung diese staatliche Entscheidung faktisch außer Kraft, ohne normale Regulierungskanäle zu durchlaufen. Dies hat verfassungsrechtliche Fragen aufgeworfen, inwieweit föderale Notfallbefugnisse staatliche Energiebefugnisse verdrängen können.

Rechtsanwälte, die Versorgungsunternehmen in betroffenen Staaten vertreten, haben bemerkt, dass die Befehle ein Planungschaos erzeugen. Versorgungsadäquanzplanung erfordert, dass Versorgungsunternehmen langfristige Verpflichtungen für Erzeugung, Übertragung und Speicherinvestitionen eingehen. Wenn Stilllegungstermine unvorhersehbar werden, ist es schwierig, Ersatzkapazität zu beschaffen oder Kapitalausgaben zu rechtfertigen, die Netzmodernisierung erfordert.

Begründung des DOE

DOE-Beamte haben die Befehle als notwendige Reaktion auf Netzgefährdungen verteidigt, die durch jüngste Extremwetterereignisse aufgedeckt wurden. Winterstürme in den vergangenen Jahren haben landesweite Erzeugungsausfälle in Teilen des Landes verursacht, und das Ministerium hat argumentiert, dass die Aufrechterhaltung eines Puffers disponibler thermischer Stromerzeugung während des Übergangs zu einem netzgetriebenen Stromsystem wesentlich ist.

Energieminister Chris Wright ist ein leidenschaftlicher Befürworter dessen, was die Verwaltung Energiedominanz nennt — ein politisches Rahmenwerk, das die Ausweitung aller Formen inländischer Energieerzeugung, einschließlich Fossiler Brennstoffe, priorisiert. Die Offenhaltungsbefehle passen in diese umfassendere Agenda, obwohl Kritiker anmerken, dass Netzzuverlässigkeit und Energiepolitik in Wege vermischt werden, die die rechtliche Grundlage für föderale Maßnahmen verwischen.

Marktverzerrungsbedenken

Strommarktanalysten haben Bedenken geäußert, dass die Befehle Wettbewerbsstrommarkten verzerren. Wenn ein Kraftwerk, das auf dem Markt aus Kosten- oder Emissionsgründen verloren hat, durch regulatorische Anordnung weiterbetrieben wird, verdrängt es Investitionen in Wettbewerbsalternativen — Speicher, Nachfrageregelung und neue Erzeugung — die sonst die Zuverlässigkeitslücke füllen würden. Mit der Zeit könnte dies den Übergang verlangsamen, den Netzbetreiber und staatliche Regulierer geplant haben.

Netzbetreiber in den PJM Interconnection und MISO Regionen, die großen Teil des Mittleren Westens und der Mitte-Atlantischen Region abdecken, haben angedeutet, dass sie die Situation genau beobachten. Beide Organisationen haben ihre eigenen Zuverlässigkeitsbewertungsprozesse und haben generell festgestellt, dass Stilllegungen ohne Notfallbefehle gemanagt werden können, wenn angemessene Vorankündigung gegeben wird und Ersatzressourcen im Voraus beschafft werden.

Rechtliche Herausforderungen erwartet

Die Rechtslandschaft um die Befehle wird voraussichtlich klarer, während rechtliche Herausforderungen voranschreiten. Umweltgruppen bereiten Klagen vor, und mindestens eine staatliche Regulierungskommission hat signalisiert, dass sie möglicherweise gerichtliche Überprüfung anstreben könnte. Das Ergebnis könnte weitreichende Auswirkungen nicht nur auf die Energiepolitik dieser Verwaltung, sondern auf die langfristige Grenze zwischen föderaler Notfallbefugnis und staatlicher Energieregulierung haben — eine Frage, die nur noch bedeutsamer werden wird, wenn sich das Netz entwickelt.

Dieser Artikel basiert auf Berichterstattung von Utility Dive. Lesen Sie den Originalartikel.