Robotaxi-Tests weiten sich in Los Angeles aus
Uber hat in Los Angeles mit Tests fahrerloser Volkswagen ID.-Buzz-Vans begonnen und damit der beschleunigten Robotaxi-Offensive des Unternehmens eine weitere große Partnerschaft hinzugefügt. Die Fahrzeuge werden über MOIA America, Volkswagens Tochter für autonome Mobilität, eingesetzt, und die Unternehmen sagen, dass das Programm nun Validierungstests auf der Straße mit speziell gebauten autonomen Versionen des retro-inspirierten Elektro-Vans aufgenommen hat.
Die Ankündigung ist aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens verlagert sie eine hochkarätige autonome Partnerschaft von der Konzeptphase hin zum Betrieb auf Straßenniveau in einem der größten urbanen Mobilitätsmärkte der Vereinigten Staaten. Zweitens zeigt sie, dass Uber weiter ein breites Portfolio an Partnern für autonome Fahrzeuge aufbaut, statt seine Zukunft an einen einzelnen Hersteller oder einen einzelnen Self-Driving-Stack zu binden.
Von der Partnerschaft zum Praxistest auf der Straße
Uber und Volkswagen hatten ihre langfristige Partnerschaft erstmals im vergangenen Jahr angekündigt. Jetzt ist die Beziehung in Los Angeles in reale Tests übergegangen. Laut dem bereitgestellten Quelltext planen die Unternehmen, die Testflotte während der Validierungsphase auf mehr als 100 ID.-Buzz-Fahrzeuge zu vergrößern. Menschliche Sicherheitsoperatoren sollen die ersten autonomen Fahrten noch in diesem Jahr überwachen, öffentliche Fahrten sind für Ende 2026 vorgesehen.
Die Nutzung des ID. Buzz ist an sich bemerkenswert. Volkswagen hat die Designsprache seines historischen Microbus aufgegriffen und als Elektrofahrzeug neu interpretiert, und Uber verbindet diese visuelle Identität nun mit der autonomen Mobilitätssoftware von MOIA. Das Ergebnis ist zugleich praktisch und symbolisch: Ein für Verbraucher sofort erkennbares Fahrzeug wird als Teil der nächsten Generation urbaner Ride-Hailing-Angebote positioniert.
Ubers Autonomie-Strategie mit mehreren Partnern
Der Start in Los Angeles geschieht nicht isoliert. Der Quelltext stellt ihn neben eine Reihe weiterer Partnerschaften, die zeigen, wie Uber Schritt für Schritt ein autonomes Ökosystem aufbaut. Erst wenige Wochen zuvor kündigte das Unternehmen eine Vereinbarung mit Rivian an, bis 2031 bis zu 50.000 Robotaxis einzusetzen, beginnend 2028 in San Francisco und Miami. Zuvor hatte Uber bereits mit Lucid und Nuro kooperiert, mit Plänen, über fünf Jahre hinweg mindestens 20.000 Lucid-Gravity-SUVs mit Nuros Self-Driving-Technologie auszustatten.
Gleichzeitig können Fahrgäste in Austin und Atlanta bereits Fahrten mit Waymo-Fahrzeugen über Uber buchen. Zusammengenommen deuten diese Vereinbarungen darauf hin, dass Ubers Rolle in der Autonomie weniger darin bestehen könnte, ein proprietäres Self-Driving-System zu bauen, sondern vielmehr darin, die Vertriebs-, Betriebs- und Fahrgastoberfläche für viele verschiedene autonome Flotten zu werden.
Infrastruktur ist Teil der Wette
Das Testprogramm in Los Angeles wird außerdem von einer gemeinsamen Einrichtung unterstützt, die Uber und MOIA für den täglichen Flottenbetrieb eröffnet haben. Dieses operative Detail ist wichtig, weil autonome Mobilität nicht nur eine Software-Herausforderung ist. Fahrzeuge brauchen Reinigung, Wartung, Laden, Inspektion und schnelle Umschläge, wenn Flotten im großen Maßstab funktionieren sollen.
Uber scheint genau darauf zu investieren. Das bereitgestellte Quellenmaterial sagt, das Unternehmen habe im Februar angekündigt, mehr als 100 Millionen US-Dollar in den Aufbau von Ladedepots für autonome Fahrzeuge zu investieren. Diese Einrichtungen sind für die San Francisco Bay Area, Los Angeles und Dallas geplant, weitere Städte sollen später folgen. Die Standorte sollen als autonome Depots mit Schnellladen und zentralen Flottenservices dienen, ergänzt durch kleinere Pit-Stop-Ladestationen, damit die Fahrzeuge länger auf der Straße bleiben können.
Warum Los Angeles wichtig ist
Los Angeles ist ein naheliegender Erprobungsort. Die Stadt ist groß, autoabhängig, operativ komplex und kulturell sichtbar. Ein Erfolg dort würde sowohl die Technologie als auch das Betriebsmodell bestätigen. Ein Misserfolg oder sichtbare Reibungen wären ebenso aufschlussreich. Indem Uber und Volkswagen die Tests jetzt in Los Angeles beginnen und später in diesem Jahr überwachte Fahrten planen, wählen sie eine Stadt, in der das Programm schwer zu übersehen sein wird.
Die Stadt passt auch zu Ubers breiterem Argument, dass Autonomie aus dem Labor in echte Verkehrsnetze übergeht. Testprogramme allein beweisen keine kommerzielle Einsatzreife, aber wachsende Flotten, eigene Einrichtungen und angekündigte Fahrttermine zeigen einen Übergang von der Erprobung zur gestaffelten Einführung.
Ubers Langfriststrategie
Für Uber liegt die tiefere Bedeutung in der Plattformkontrolle. Wenn fahrerlose Flotten bis zum Ende des Jahrzehnts zur Normalität werden, wie der Quelltext nahelegt, könnten viele Fahrgäste Autonomie über die Uber-App erleben, statt über einen von einem einzelnen Hersteller betriebenen Markenservice. Das würde Ubers zentrale Rolle bei der Bestellung urbaner Fahrten bewahren, selbst wenn der Fahrer hinter dem Lenkrad verschwindet.
Vorerst sind die Tests des Unternehmens in Los Angeles mit Volkswagen ein Zwischenschritt. Es gibt weiterhin Sicherheitsoperatoren, Validierungsarbeit und einen öffentlichen Starttermin, der bis Ende 2026 reicht. Doch die Richtung ist klar. Uber kooperiert nicht mehr nur am Rand der Autonomie. Das Unternehmen baut den operativen, kommerziellen und infrastrukturellen Rahmen für eine Zukunft, in der das Herbeirufen eines Fahrzeugs ohne menschlichen Fahrer ein normaler Teil des Stadtlebens wird.
Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von Gizmodo. Den Originalartikel lesen.




