Midjourney kontert im Urheberrechtsstreit

Das generative KI-Unternehmen Midjourney, das derzeit einer Klage großer Hollywood-Studios ausgesetzt ist, hat einen Antrag eingereicht, der Disney, Universal und Warner Bros. auffordert, ihre eigene Nutzung ähnlicher KI-Technologien offenzulegen. Der Antrag, der Anfang dieser Woche eingereicht wurde, argumentiert, dass die Studios Midjourney nicht fair der Urheberrechtsverletzung beschuldigen können, wenn sie selbst generative KI zum Trainieren auf urheberrechtlich geschütztem Material einsetzen.

Juristische Manöver verschärfen sich

Der Antrag folgt auf eine Entscheidung vom Juni, die Midjourneys Möglichkeit, die generativen KI-Aktivitäten der Studios zu ermitteln, einschränkte. Nun verlangt das Unternehmen detaillierte Informationen von jedem Studio, einschließlich Trainingsdatensätzen, Geschäftsplänen und Vorstandspräsentationen im Zusammenhang mit generativer KI. Midjourney-Anwalt Bobby Ghajar erklärte: „Wenn die Kläger genau das tun, was sie bestrafen wollen, dann ist dieser Beweis von zentraler Bedeutung für Midjourneys Fair-Use- und Unclean-Hands-Verteidigung.“

Frühere Offenlegungen der Studios

Vor diesem Antrag erklärten sich Disney, Universal und Warner Bros. bereit, verbraucherbezogene Informationen über ihre KI-Nutzung herauszugeben, aber keine davon umfasste interne KI-Tools. Ghajar argumentierte, dass die Existenz solcher interner Tools eine Branchenpraxis des Trainings von KI auf unlizenzierten urheberrechtlich geschützten Inhalten belege. David Singer, Vertreter der drei Studios, entgegnete, dass die Studios lediglich wollten, dass Midjourney aufhört, ihre Filme und Fernsehsendungen zu kopieren und ohne Genehmigung abgeleitete Werke zu erstellen.

Disneys transparente KI-Ambitionen

Von den dreien war Disney am transparentesten in Bezug auf sein Interesse an KI. Ende 2025 kündigte es eine Milliardeninvestition in OpenAI an, um Hunderte von Disney-Figuren auf die Sora-Plattform zu bringen. Diese Pläne scheiterten jedoch Anfang dieses Jahres, nachdem SoraAI geschlossen wurde. Disney erklärte, es werde weiterhin mit KI-Plattformen zusammenarbeiten und „neue Technologien begrüßen, die geistiges Eigentum und die Rechte der Urheber respektieren.“

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© Midjourney/Discord

Auswirkungen auf die Klage

Der Ausgang dieses Antrags könnte die Klage erheblich beeinflussen. Wenn Midjourney Beweise dafür erhält, dass die Studios selbst generative KI auf urheberrechtlich geschützten Inhalten einsetzen, könnte dies seine Fair-Use-Verteidigung stärken und möglicherweise zu einem Vergleich oder einer Abweisung führen. Wenn die Studios die Offenlegung erfolgreich verweigern, könnte der Fall mit eingeschränkter Beweisaufnahme fortgesetzt werden.

Branchenweite Auswirkungen

Dieser Rechtsstreit verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen traditionellen Medienunternehmen und Entwicklern generativer KI. Da KI bei der Erstellung von Inhalten immer präsenter wird, werden Fragen zu Urheberrecht, Fair Use und Transparenz immer dringlicher. Der Fall könnte einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie Gerichte ähnliche Streitigkeiten in Zukunft behandeln.

Wie geht es weiter?

Das Gericht wird in den kommenden Wochen über Midjourneys Antrag entscheiden. In der Zwischenzeit verfolgen die Studios weiterhin ihre Klage und versuchen, Midjourney daran zu hindern, ihr urheberrechtlich geschütztes Material zu nutzen. Die Technologiebranche und Hollywood beobachten die Entwicklungen genau, da der Ausgang die Zukunft der KI in der Unterhaltungsbranche prägen könnte.

Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von Gizmodo. Lesen Sie den Originalartikel.

Originally published on gizmodo.com