Keine Schauplätze, keine Kulissen, alles AI

Das bevorstehende Bitcoin-Biopic "Killing Satoshi" ist zu einem Brennpunkt in der Debatte über generative AI in der Filmproduktion geworden, nachdem Details aufgedeckt wurden, die zeigen, dass die Produktion AI nutzen wird, um alle Hintergründe und Schauplätze zu generieren, ohne an physischen Orten zu drehen. Der Film, unter der Regie von Doug Liman und mit Pete Davidson und Casey Affleck in den Hauptrollen, wird auch AI-Technologie einsetzen, um Schauspieler-Performances anstelle von traditionellen Neuaufnahmen anzupassen. Geschrieben von Nick Schenk, der "Gran Torino" schrieb, und produziert von Ryan Kavanaugh, erzählt der Film die Geschichte des mysteriösen Bitcoin-Schöpfers, der 2008 das grundlegende Kryptowährungs-Whitepaper unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlichte.

Die Kontroverse entzündete sich, nachdem eine U.K.-Besetzungsmitteilung enthüllte, dass Schauspieler auf einer "markerfreien Performanz-Erfassungsbühne" unter Verwendung von "neuen AI-Technologien" anstelle von physischen Orten arbeiten würden. Die Mitteilung besagte, dass Produzenten sich das Recht vorbehalten, Performances "zu ändern, zu ergänzen, zu reduzieren, zu übersetzen, umzuformatieren oder neu zu verarbeiten" mit Hilfe von "generativer künstlicher Intelligenz und/oder Machine-Learning-Technologien", möglicherweise mit Anpassungen von Lippenbewegungen, Gesichtsausdrücken und Körperbewegungen.

AI-generierte Schauspieler wurden ebenfalls aufgelistet

Die Besetzungsmitteilung ging noch weiter und besagte, dass Darsteller, die zustimmen, "anerkennen, dass sie möglicherweise mit AI-generierten Darstellern Szenen teilen können." Dieses Detail löste unmittelbare Gegenreaktionen von Schauspielern, Branchenprofis und AI-Kritikern aus. Eine dem Set nahestehende Quelle teilte Variety mit, dass die Referenz zu AI-Akteuren "versehentlich" aufgenommen wurde und dass im fertigen Film keine AI-generierten Darsteller erscheinen werden. Die Quelle bestätigte jedoch, dass AI für alle visuellen Umgebungen und zum Feintuning von Performances verwendet wird.

Produzent Ryan Kavanaugh verteidigte den Ansatz und erklärte, die Produktion sei "sehr vorsichtig, sensibel und überaus schützend gegenüber unseren Schauspielern" und dass AI als ein Werkzeug dienen würde, um die Filmproduktion effizienter zu gestalten "während alle Abteilungsleiter-Positionen, alle Schauspieler-Jobs erhalten bleiben und hoffentlich die Branche auf positive Weise wächst".

Arbeitsimplikationen in einem kritischen Moment

Das Timing könnte nicht geladeener sein. SAG-AFTRA begann Film- und Fernsehvertragsverhandlungen mit großen Studios und Streamingdiensten am 9. Februar, und die Frage von synthetischen Performances versus Menschenarbeit steht im Mittelpunkt dieser Verhandlungen. Die Gewerkschaften fordern vertragliche und gesetzliche Schutzmaßnahmen zum Schutz von Namen-, Bild- und Ähnlichkeitsrechten für Schauspieler auf allen Ebenen. Die Sprache in der Besetzungsmitteilung zur Umverarbeitung von Performances bezieht sich direkt auf die Fragen der Vergütung und Zustimmung, die in Bundesgerichten und Arbeitsverhandlungen behandelt werden.

Produktion geht weiter

Trotz der Kontroverse wird "Killing Satoshi" mit Produktionen im U.K. von Ende Februar bis März fortgesetzt. Es wurde kein Veröffentlichungsdatum angekündigt. Viele Branchenbeobachter sehen den Film als möglichen Bellwether, wie Hollywood die Integration von generativer AI in Produktionsabläufe bewältigt. Ob es beweist, dass AI Filmproduktion verbessern kann, ohne künstlerische Arbeit zu verdrängen, oder wird zu einer Lehrfabel über die Erosion kreativ Arbeit, kann davon abhängen, wie das fertige Produkt mit den Erwartungen von Publikum und Branche verglichen wird.

Dieser Artikel basiert auf Berichten von Mashable. Lesen Sie den Originalartikel