Eine große Prognose für einen noch entstehenden Markt
Bain & Company hat einer der meistdiskutierten Ideen der künstlichen Intelligenz eine große Zahl gegeben: agentische Automatisierung in Unternehmenssoftware. Laut dem Ausgangsmaterial schätzt Bain einen US-Markt von 100 Milliarden Dollar für SaaS-Unternehmen, die agentische KI einsetzen, wobei sich die Chance auf die Automatisierung von Koordinationsarbeit zwischen Unternehmenssystemen bezieht.
Selbst in einem Markt voller ehrgeiziger KI-Versprechen sticht diese Zahl hervor. Sie legt nahe, dass die nächste kommerziell relevante Welle von Unternehmens-KI möglicherweise nicht nur von besseren Chat-Oberflächen oder isolierten Copiloten abhängt. Stattdessen könnte sie aus Softwaresystemen kommen, die die Verbindungsarbeit zwischen Menschen, Tools und Geschäftsprozessen übernehmen können.
Warum Koordinationsarbeit wichtig ist
Die Quelle beschreibt die Chance als Koordinationsarbeit, ein Begriff, der eine breite Kategorie von Aktivitäten in Unternehmen abdeckt. Moderne Unternehmen analysieren nicht nur Daten. Sie leiten Genehmigungen weiter, reichen Aufgaben zwischen Teams weiter, gleichen Informationen über Systeme hinweg ab, überwachen Statusänderungen und halten Workflows in Bewegung. Vieles davon ist repetitiv, fragmentiert und mit älteren Automatisierungsansätzen nur schwer sauber zu standardisieren.
Genau hier wird agentische KI als etwas anderes positioniert. Statt nur auf Prompts zu reagieren oder Texte zu erzeugen, werden agentische Systeme als fähig beschrieben, Abfolgen von Aktionen oder Entscheidungen über mehrere Unternehmenskontexte hinweg zu steuern. Hält dieses Versprechen, könnte KI nicht nur am Rand der Büroarbeit, sondern in ihrem operativen Kern wertvoller werden.

