Apple setzt einen Teil der Siri-Bemühungen neu auf

Apple schickt weniger als 200 Siri-Ingenieure in ein mehrwöchiges Bootcamp mit Schwerpunkt auf KI-Codierungstools, wie aus einem von The Decoder zitierten Bericht hervorgeht. Die Schulung soll Tools wie Claude Code von Anthropic und Codex von OpenAI umfassen, ein bemerkenswertes Signal dafür, dass Apple versucht, die Art und Weise zu beschleunigen, wie zumindest ein Teil des Teams für seinen Sprachassistenten Software entwickelt.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund langjähriger Kritik im Unternehmen, Siri habe sich zu langsam weiterentwickelt. Der vorliegende Bericht sagt, dass das Siri-Team von Apple intern seit Jahren als träge gilt und die Welle moderner KI-Systeme, die die Erwartungen der Nutzer an dialogfähige Software neu geprägt haben, verpasst habe.

Ein Aufholversuch vor der WWDC

Das Timing ist wichtig. Apple plant laut dem Bericht, auf seiner Worldwide Developers Conference im Juni eine vollständig überarbeitete Siri vorzustellen. Diese Version soll deutlich dialogorientierter sein und auf Googles Gemini-Modell laufen, eine Konstellation, die unterstreichen würde, mit welcher Dringlichkeit Apple ein Produkt erneuern will, das mit dem breiteren Markt für generative KI kaum Schritt halten konnte.

Auch ohne eine formelle Ankündigung von Apple im Ausgangsmaterial deutet das Bootcamp selbst auf ein Unternehmen hin, das zwei Probleme gleichzeitig lösen will: die technische Grundlage von Siri zu modernisieren und die Arbeitsweise seiner Ingenieure zu verändern. Entwickler auf externe KI-Coding-Assistenten zu schulen, legt nahe, dass Apple Produktivitätswerkzeuge als Teil der Lösung sieht und nicht nur Modell-Upgrades oder Managementwechsel.

Die Umstrukturierung geht weiter

Die Quelle sagt außerdem, dass die Siri-Organisation bereits umgebaut wurde. Apple stellte das Team Anfang 2025 unter Softwarechef Craig Federighi, ein Schritt, der zeigte, dass das Unternehmen bei einem Assistenten, der mit zunehmender Leistungsfähigkeit von KI-Systemen wieder strategisch wichtiger geworden ist, mehr Kontrolle über Produkt und Technik wollte.

Nach dem Bootcamp dürfte sich das Team weiter verkleinern und spezialisieren. Etwa 60 Personen sollen im Kernentwicklungsteam bleiben, während weitere 60 sich auf Performance- und Sicherheitsüberwachung konzentrieren. Diese Aufteilung deutet auf eine explizitere Trennung zwischen dem Aufbau des Assistenten und der Überwachung seines Verhaltens hin, eine Struktur, die den breiteren Druck rund um KI-Produkte widerspiegelt, während Unternehmen versuchen, den Nutzen zu steigern, ohne Instabilität oder unsichere Ausgaben zu verursachen.

Warum das über Siri hinaus wichtig ist

Dies ist nicht nur eine Geschichte über ein Produkt-Update. Sie zeigt, wie etablierte Technologieunternehmen ihre internen Entwicklungspraktiken als Reaktion auf generative KI neu ausrichten. Statt KI nur als kundennahe Funktion zu behandeln, scheint Apple KI-Tools innerhalb der eigenen Softwareorganisation zu nutzen, während zugleich eine prominentere externe Vorstellung vorbereitet wird.

Der Bericht erwähnt außerdem, dass der frühere KI-Leiter John Giannandrea Apple diese Woche verlässt. Zusammen mit dem früheren Führungswechsel und dem neuen Trainingsprogramm verstärkt dieses Detail den Eindruck, dass Apple seine KI-Bemühungen weiterhin auf struktureller Ebene neu ordnet und nicht bloß eine Funktion vor einer Konferenz poliert.

Für Apple hat die Vorstellung im Juni nun mehr Gewicht als ein routinemäßiges Jahres-Update. Eine dialogorientiertere Siri, insbesondere eine, die Berichten zufolge an einen externen Modellanbieter gekoppelt ist, würde einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Entwicklung des Assistenten darstellen. Das Bootcamp zeigt, dass Apple die Lücke als real und unmittelbar behandelt.

  • Weniger als 200 Siri-Ingenieure sollen in ein mehrwöchiges KI-Codierungs-Bootcamp eintreten.
  • Die Schulung soll Tools wie Claude Code und Codex von OpenAI umfassen.
  • Apple wird voraussichtlich auf der WWDC im Juni eine überarbeitete Siri vorstellen.
  • Die neue Siri soll Berichten zufolge auf Googles Gemini-Modell laufen.

Dieser Artikel basiert auf einer Berichterstattung von The Decoder. Zum Originalartikel.